Dienstag, 20. Juni 2017

schlicht falsch | typo-fehler: halten sie abstand!

Es gibt Fehler und Fehler. Ich korrigiere sie alle. Aber besonders gerne Typografie-Fehler, die gerne übersehen werden. Grafiker und Mediengestalter lieben oder hassen mich deswegen. Damit kann ich leben.

Duden empfiehlt die Schreibweise Typografie, erlaubt mir aber alternativ auch meine bevorzugte, nämlich Typographie. Die Abkürzung Typo steht für die Gestaltung von Druckerzeugnissen und digitalen Medien mittels Schrift, Fotos/Bildern, Linien und Flächen. Natürlich könnte ich noch mehr über Mikrotypografie und Makrotypografie erzählen, aber es geht um Typo-Fehler und dabei heute um fehlende Abstände bei Abkürzungen.

Foto: http://unsplash.com/photos/zFz3jThypsA by Mr Cup/Fabien Barral

Die folgenden Fehler tauchen mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit in jedem PDF auf, das ich zur Bearbeitung bekomme. Also, fangen wir an:

Sonntag, 18. Juni 2017

die mär vom friseur und seinen genderspezifischen preisen.

Ich gehe gar nicht gerne zum Friseur. Lieber gehe ich zum Zahnarzt. Ab und an muss ich, ich habe sehr kurze Haare, aber wollen will ich nicht. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich rotten und ein geballtes Hindernis ergeben:

Ich mag nicht drei oder sechs Monate im Voraus einen festen Termin vereinbaren, ich mag nicht so weit in die Zukunft planen, das schränkt mich ein, also gehe ich zu einem Friseur, den ich relativ spontan aufsuchen darf. 

Ich mag auch nicht warten. Die meisten Salons sind laut und riechen penetrant nach Parfüm, also warte ich draußen und hätte gerne eine maximale Wartezeit von 5 bis 10 Minuten. In der Realität hocke ich 30 bis 45 Minuten sinnlos herum, bekomme einen Platz zugewiesen, warte wieder, bekomme die Haare gewaschen, warte wieder, bekomme die Haare geschnitten und gehe zur Kasse, wo ich wieder warte. Ein Vorgang, der innerhalb von 15 bis 20 Minuten erledigt sein könnte, zieht sich hin und am Ende fehlen mir zwei Stunden.

Freitag, 2. Juni 2017

mensch- und umweltverträgliches waschmittel schlicht und simpel selber machen.

Ich gehöre zu den Menschen, die nicht alles hinnehmen, nach dem Warum fragen, nachdenken und dann eine Lösung suchen. Das gilt generell, allgemein und auch für Waschpulver. Davon verbraucht ein durchschnittlicher Mensch eine große Menge. Die muss hergestellt, transportiert, bezahlt und nach Hause geschleppt, um verbraucht zu werden und in der Mülltonne zu landen. Unterwegs gelangt es in die Wäsche, auf die Müllkippe (wo die Verpackung meist verbrannt wird), ins Wasser, in die Kläranlage und wieder zurück zu uns, auf den Acker, in die Wiesen, Seen und Flüsse. Ist halt alles ein Kreislauf. 

Verpackung & Kosten 

Mehr oder weniger sinnvoll ist die Verpackung von Waschmitteln: Üblicherweise handelt es sich um Plastikflaschen, Pappkartons oder Plastiktüten in verschiedenen Größen. Diese werden aus Rohstoffen hergestellt, wobei Energie verbraucht wird, um danach (mit Kraftstoffverbrauch und CO2) in die Geschäfte gebracht zu werden, wo wir sie dann kaufen, um sie ins Auto zu laden, zu Hause verbrauchen und, wenn leer, in den Müll werfen. 

Nachfüllbar? Ich kenne keine Möglichkeit und kein Angebot. Ich möchte aber auch nicht so viel mit dem Auto fahren, die Straßen und Parkplätze sind sowieso schon so voll und die Abgase, nee, lass mal. Und mal ehrlich, wer von Euch geht zu Fuß zum nächsten Supermarkt, zur Drogerie oder fährt mit dem Fahrrad? 

Waschpulver wiegt auch was, das passt in einen Rucksack, aber ins Handtäschchen nun nicht gerade. Günstig ist so ein Waschmittel auch nicht. Das geht ins Geld. Bio-Waschmittel sind sogar noch teurer. Ob die Preise gerechtfertigt sind? Möglich, schließlich hängt da ganz viel dran und das global. Waschmittel werden weltweit hergestellt, international rumgefahren und was da alles drin ist ... 

Handelsübliches, ganz gewöhnliches Waschmittel 

Die meisten Waschmittel enthalten ungemein viele Zusatzstoffe, die Wäsche, Maschine und Mensch gar nicht brauchen. Sogenannte waschaktive Substanzen, verschiedene Tenside, Alkalien, Bleichmittel, optische Aufheller, Schaumregulatoren, Proteasen, Inhibitoren, Stabilisatoren und Enzyme. Dazu kommen Duftstoffe und Parfüme, die uns das Waschen einfacher und schöner machen (sollen) und die Wäsche sauberer, weicher, duftender, fluffiger, strahlender usw. Egal ob flüssig, als Pulver oder Gel – Waschmittel enthält eine Menge chemischer Stoffe, die alle wieder zu uns zurückkommen. 

Einige, eigentlich sogar recht viele dieser Inhaltsstoffe sind biologisch sehr schwer abbaubar und lagern sich in der Umwelt, in unserer Luft, unserem Wasser, den Böden, Lebensmitteln und in uns ab. Das Klärwerk schafft es nicht, beispielsweise optische Aufheller, Phosphate oder Vergrauuungsinhibitoren abzubauen. Das gilt auch für viele Duftstoffe, z. B. einige ätherische Öle, die sich nachweislich in Fischen wiederfinden. 

Ganz übel sind übrigens Flüssigwaschmittel und sonstige Waschmittel (Bleiche, Weichspüler etc.), die in Plastikflaschen angeboten werden. Allein die Verpackung produziert ungemein viel unnötigen Müll und die Inhaltsstoffe belasten das Abwasser sogar noch stärker, als es Waschpulver inklusive Bleichmittel und sonstigen Zusatzstoffen hinkriegt. Dabei reicht stets eine kleine Menge, um die Wäsche sauber zu machen, und die Temperatur hilft auch. 

Bio-Waschmittel 

Ja, dann kaufen wir halt Biowaschmittel. Schließlich gibt es die mittlerweile fast überall als Waschpulver, Kompaktwaschmittel, Flüssigwaschmittel, Tabs oder Gel. Pustekuchen, denn der Zusatz Bio bedeutet nicht automatisch umweltfreundlich. Es gibt keine festen Regeln, Vorschriften und Gesetze, die vorgeben, was Ökowaschmittel und Biowaschmittel beinhalten sollen, können oder dürfen. Steht Bio drauf, sagt das lediglich etwas über die Herkunft der Inhalts- und Rohstoffe aus. Aber nichts über die Produktionsbedingungen, Sozialverträglichkeit, Verpackung und schon gar nicht über den Transport. 

Grundsätzlich enthalten Bio-Waschmittel meist weniger Duftstoffe, weniger Farbstoffe, weniger Aufheller, dafür aber nachwachsende Rohstoffe. Da ist es aber wie bei den Waschnüssen (siehe nächster Absatz): Es kommt darauf an, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe hergestellt werden. Vor ein paar Jahren gab es zum Beispiel einen Boom mit Orangenschalenöl, das unter hohem Wasserverbrauch und mit Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln hergestellt wurde – und giftig für einige Wasserorganismen ist. Die Abbaubarkeit von Öl, das aus Orangenschalen hergestellt wird, ist einfach nicht gegeben. 

Also, gilt auch für Bio- und Ökowaschmittel: Die Dosis macht das Gift. Schließlich muss auch das hergestellt, verpackt, transportiert und aus dem Abwasser entfernt werden. Daher auch damit sparsam umgehen und vernünftig dosieren. 

Waschnüsse & Konsorten 

Waschnüsse sind Nüsse; sie werden daher geknackt, in einen Beutel gesteckt und in die Waschtrommel gegeben. Die Schalen sind waschaktiv, entfernen Flecken aber nicht unbedingt so gut. Die Nussschalen werden blass, wenn sie verbraucht sind und können auf den Kompost; so einer vorhanden ist. Klingt gut, denken viele, und kaufen Waschnüsse. Nicht ganz, denn die Waschnuss wird in erster Linie in Asien angebaut und durch die erhöhte Nachfrage werden Waschnüsse übertrieben viel angebaut, um auch ein Stück vom Kuchen zu bekommen und die eigene Existenz zu sichern. Das ist nicht verwerflich, aber es entstehen Monokulturen, Überbewirtschaftung unter Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden etc. und ganze Gebiete werden gerodet. In Europa angebaute Waschnüsse gibt es auch, sie sind allerdings teurer und in kleineren Mengen erhältlich. Also, auch keine Lösung. 

Alternativen mit mehr oder weniger guter Erhältlichkeit, lokaler Herkunft, akzeptabler Preisgestaltung und ausreichender Waschwirkung sind Kastanien oder Rosskastanien, Seifenkraut, Ringelblumen, Efeu, Primeln, Ahorn, Seifenbohnenbäume oder auch Rüben. 

Das Baukastensystem ist eine gute Idee, mir aber mit zu viel Aufwand verbunden. Ich mag nicht jedes Mal entscheiden und dosieren, wie viel Waschpulver, Bleiche, Fleckensalz und Wasserenthärter ich verwenden will, muss und kann.