Dienstag, 30. November 2010

vintage ads: computerwerbung.

Alte Werbeanzeigen haben (fast) immer unerhört viel Charme - und lassen uns lächeln, denn die beworbenen Dinge sind meist völlig überholt. Dazu kommt, dass sich Werbung verändert. Logisch, denn Menschen verändern sich ebenso wie Technik und Möglichkeiten.

Nur so ein Beispiel: Damals, als die ersten Computer auf den Markt kamen, waren diese Wunderdinge aus Hard- und Software nicht nur schier unerschwinglich, sondern auch enorm leistungsfähig. Dachten wir zumindest.

boredpanda.com hat ein paar solcher Werbeanzeigen ausgegraben. Und weil sie so schön sind, möchte ich sie Euch natürlich nicht vorenthalten.

Da ist zum Beispiel eine Festplatte für knapp 3.400 US-Dollar, die unglaubliche 10 MB Platz bietet:


Oder eine 16k RAM Speicherkarte.


Und einer der ersten Apple-Computer. Wobei es so aussieht, als könne Adam das Gerät kaum tragen.


wortfeilchen

Sonntag, 28. November 2010

neuerscheinung: "ganz weit weg" von petra gust-kazakos

Ganz weit weg – von Leselust und Reisefieber

Das Autorendebüt von Petra Gust-Kazakos im Eisenhut Verlag


Lesen und Reisen stehen einander nahe wie Schwestern: die eine häuslich und ein bisschen verkopft, die andere abenteuerlustig. Doch jede ist auf ihre Weise darauf bedacht, die eigene Welt um neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu erweitern. Mit "Ganz weit weg" legt Petra Gust-Kazakos ihr Autorendebüt vor und lädt zu einem Streifzug durch die Welt des Lesens und Reisens ein.


„Der Beginn einer Reise, der erste Satz eines Buches – wir überschreiten eine Grenze, und auf einmal sind wir ganz weit weg“. „Ganz weit weg“ lenkt den Blick auf Parallelen und Gemeinsamkeiten zwischen zwei, nur scheinbar unterschiedlichen Tätigkeiten: Beide wollen gelernt sein, bis man bereit ist für eigene Entdeckungen – im geographischen wie literarischen Sinn. Dabei ergeben sich automatisch Sehnsuchtsziele: Orte, die man sehen, und Bücher, die man lesen will. Erwartungen, Hotels, Souvenirs und das Zuhause sind weitere Stationen auf dieser ungewöhnlichen Lesereise.

Unterwegs kommen zahlreiche Schriftsteller und Romanfiguren zu Wort: Was bedeutet Alberto Manguels Erkenntnis, dass man beim Lesen seinen eigenen Text herstellt? Wie viel Gepäck braucht man eigentlich? Seine Lieblingsbriefbeschwerer wie Truman Capote oder vertraut man auf eine Universalliste für das Nötigste wie Joan Didion? Und wie lassen sich Enttäuschungen vermeiden? Indem man die Welt in sein Haus holt, wie Floressas Des Esseintes in „Gegen den Strich“, oder sich auf Zimmerreisen beschränkt, wie es Xavier de Maistre empfiehlt?


"Ganz weit weg" versammelt essayistische, teils sehr persönliche Betrachtungen der Autorin, die sie mit Erlebnissen, Ansichten und Macken bekannter Reisender und Schriftsteller anreichert. Das Ergebnis ist eine amüsante und anregende Lesereise, bei der sich alte Bekannte treffen und neue Bekanntschaften schließen.

Hintergrundinformationen:

Petra Gust-Kazakos: Ganz weit weg, Leselust und Reisefieber. Hagen-Berchum 2010: Eisenhut Verlag, 156 Seiten, € 16,90 (Bibliotope, hg.v. Tobias Wimbauer, Band 2) 978-3-942090-07-0

Gern versendet der Verlag Rezensionsexemplare auf Anfrage.

Die Autorin Petra Gust-Kazakos, geboren 1966 in Trier, studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg und schrieb im Karlsruher Kulturmagazin „Klappe auf“ und in den „Badischen Neuesten Nachrichten“. Sie ist PR-Managerin einer Softwarefirma und gibt seit 2001 den Rezensionsnewsletter „Virtueller literarischen Salon“ heraus. Das Blog der Autorin.

Der Eisenhut Verlag in Hagen-Berchum wurde 2009 von Silvia Stolz-Wimbauer und dem Antiquar und Autor Tobias Wimbauer gegründet. Die Programmschwerpunkte sind Literatur, Literaturwissenschaften und Gastrosophie. Die Verlagsautoren sind: Michaela von Aichberger, Heike Engel, Petra Gust-Kazakos, Friedrich Helms, Walter Kempowski, Timo Kölling, Gustav Meyrink, Nicole Rensmann, Jörg Sader, Susanne Schattmann, Mario Scheuermann, Wolfgang Schuller, Sascha Sprunk, Eric W. Steinhauer, Martin Thoemmes, Tobias Wimbauer und Dirk Würtz.

Eisenhut Verlag Silvia Stolz-Wimbauer
Inh. Silvia Stolz-Wimbauer
Waldhof Tiefendorf
Tiefendorfer Strasse 66
58093 Hagen-Berchum
Tel. 02334 - 502826
verlag(at)eisenhutverlag.de

Freitag, 26. November 2010

pippi langstrumpf international.

Heute ist der 65. Geburtstag von Pippi Langstrumpf. Merke ich heute übrigens an auffallend hohen Besucherzahlen wegen dem hier.

Anlass genug, um einfach mal zu schauen, wie Pippi in anderen Sprachen heißt. Und das ist eindeutig spannend und dazu nachlesbar bei der Efraimstochter.



wortfeilchen

Donnerstag, 25. November 2010

nützliches: koch- und küchenmaße umrechnen.

Ihr wisst um meine mathematischen Fehlleistungen. Und Ihr wisst, ich koche, backe und esse gerne. Dann ist da noch der Mann meines Lebens, ein Schweizer. 

Fasse ich diese drei Aspekte zusammen und schnappe mir ein amerikanisches oder englisches Rezept, stehe ich ganz dumm da - schließlich kann ich die Maßangaben nicht umrechnen. Oder nur unter unermesslichem Zeitaufwand. 

Aber Hilfe naht: Ich habe diesen Online-Umrechner gefunden. Er rechnet mir die gewünschte Menge freiwillig und schnell um. Verschiedene Cups, Tablespoons etc. sind nun kein Problem mehr für mich. 



wortfeilchen 

PS. Gut, er kann nicht in Gramm umrechnen, aber in Liter. Ich bin glücklich und dankbar.

Mittwoch, 24. November 2010

verlorene worte: schlendrian

Wo der Schlendrian herrscht, da wird geschlampt und ungenau gearbeitet - so die umgangssprachliche Bedeutung von Schlendrian. Aber woher kommt das Wort?

Aus dem Niederdeutschen des 17. Jahrhunderts, dort gab es das Verb slendern/slentern, was so viel wie gemächlich gehen bedeutet. Das Substantiv dazu, der Schlendrian, entstand im gleichen Zeitrahmen und bezeichnet eigentlich reichlich langsames Arbeiten. Im Ruhrgebiet sagt man zu jemanden, der sich dem Schlendrian ergibt, man könne ihm beim Laufen die Schuhe besohlen.

Interessant ist, dass der Schlendrian mit dem Schlingel verwandt ist, denn beide sind in ihrer Grundbedeutung schlicht Müßiggänger. Heute nennt man es wohl eher Prokrastination.

wortfeilchen

PS. Manchmal sollte man sich aber ruhig dem Schlendrian hingeben, es sich bequem machen und faulenzen.

Dienstag, 23. November 2010

formalien: die bewerbung und die rechtschreibung.

Die Zeiten sind schlecht, Arbeitsplätze rar und unsicher - umso wichtiger ist eine anständige Bewerbung, die nicht nur inhaltlich überzeugt: Eine Bewerbung, das Anschreiben, der Lebenslauf - das sind die Aushängeschilder. Logisch, dass eine Bewerbung auf den ersten Blick einen guten Eindruck beim potentiellen Arbeitgeber hinterlassen soll.

Personalbeauftragte, Human Resources Manager und wie sie alle heißen, die Bewerbungen in die Finger bekommen, sind geübte Leser, daher bemerken sie Rechtschreibfehler, Grammatikfehler und auch Orthografiefehler meist sehr schnell - und sieben aus. Es ist ein Fakt, dass mangelnde Sorgfalt die Chancen auf einen Job vermindert. Das gilt für klassische Papierbewerbungen und Onlinebewerbungen. Und wenn sich der Bewerber schon bei der Bewerbung keine Mühe gibt, welchen Eindruck hinterlässt das beim zukünftigen Arbeitgeber? Eben.

Die Bild-Zeitung strotzt vor Rechtschreibfehlern, darum ist sie vielleicht nicht unbedingt die beste Quelle für einen Beleg; andererseits vielleicht aber auch gerade, denn wenn hier schon darauf aufmerksam gemacht wird, dass viele Bewerbungen ausgesiebt werden, weil sie zu viele Rechtschreibfehler beinhalten, dann könnte an dem Thema etwas dran sein.


wortfeilchen

PS. Und wer nun meint, ein Textverarbeitungsprogramm hilft, denn die Rechtschreibungprüfung findet alle Fehler, der irrt. Diese Programme finden lediglich grobe Fehler, die Feinheiten bleiben ihnen verborgen: Rechtschreibfehler, Grammatikfehler und Fehler in der Zeichensetzung finden sie nur bedingt. Ein Computer ist ein Hilfsmittel, aber (leider) nicht mehr und nicht weniger.

Sonntag, 21. November 2010

betrachtungen über die schweiz. und über zürich.

Ich könnte mich über die Schweiz und Zürich auslassen. Seitenweise. Aber das überlasse ich Michael Mittermeier, der den Nagel mitten auf den Kopf trifft.



wortfeilchen

Samstag, 20. November 2010

geschenkideen. für mich.

Ich bin verliebt. Diese Frühstücksbrettchen vom Grubenmann haben es mir mehr als angetan:


wortfeilchen

PS. Dem Grubenmann bei twitter folgen.

PPS. Und ich weiß nun auch, wie ich die Züricher demnächst mal erschrecken und gleichzeitig tüchtig Eindruck schinden werde:

Gibt es hier zu sehen und zu bestellen.

Donnerstag, 18. November 2010

ruhrgebietssprache: oschek & oschi.

Für große (und teilweise beeindruckende oder sogar bedrohliche) Dinge, Sachen und Menschen haben wir im Ruhrgebiet verschiedene Ausdrücke; den Kawentsmann habe ich Euch bereits vorgestellt, heute gibt es den Oschek bzw. Oschi, der dem/der Ömmes ähnelt. 

Ein Oschek ist eine imposante Erscheinung, ein beeindruckendes Ding, was nicht unbedingt positiv sein muss. Ein Kawentsmann oder Ömmes hat oft eine Spur Niedlichkeit oder Behäbigkeit in und an sich, die dem Oschek abgeht: Der Oschek wirkt fast immer bedrohlich, teilweise schon gefährlich. Ist er nicht unbedingt, könnte aber sein.

Der Duden kennt den Oschek nicht, wohl aber den Oschi, der dort aber ein wenig falsch und schlicht als großes Ding bzw. große Sache beschrieben wird. In Wahrheit ist ein Oschi nämlich eine Verniedlichungsform, ein Diminutiv von Oschek.

Spannend ist die Etymologie von Oschek und Oschi, denn man denkt spontan, es sind - wie beim Mottek - russische oder polnische Einflüsse im Spiel. Stimmt aber nicht, Oschek stammt aus dem Jiddischen, genauer aus der jüdischen Rechtslehre, wo er den Raub durch Bedrückung und vorenthaltung von fremden Eigentum beschreibt. Allerdings weiß ich nicht, seit wann wir im Ruhrpott den Oschek und Oschi kennen.

wortfeilchen

PS. Solche Dinge lernt man übrigens an der Bochumer Uni bei den Germanisten.

Mittwoch, 17. November 2010

geschenkidee: die buxe der pandora

In der griechischen Mythologie gab es einst ein Behältnis, ein Gefäß, das einer gewissen Pandora gehörte. Diese Büchse beinhaltete alles Unheil und sollte den Menschen übergeben werden - ohne diese Büchse der Pandora jemals zu öffen. Der Rest ist Geschichte.

Leider ebenfalls Geschichte, weil nicht mehr erhältlich, ist diese wunderbare Geschenkidee:



wortfeilchen

PS. Quelle des Fotos und des Screenshots.

Montag, 15. November 2010

die sache mit den angeboten.

Es ist ein Thema. Nicht nur für mich, sondern für fast alle Selbstständigen, die ich kenne. Das Thema heißt Angebote. Ein brisantes Thema, denn man spricht nicht darüber. Alle sind erfolgreich und kompetent. Nun, wenn ich mich mit diesem Artikel in die Nesseln setzen sollte, so nehme ich das in Kauf.

Das Schreiben von Angeboten gehört zum Tagesgeschäft und ist (grundsätzlich) erfreulich. In einem Angebot zähle ich nicht lapidar meine Leistungen und Preise auf, ich schlage Ideen vor, nenne Fakten, berate und konzipiere. Kurz gesagt: Meine Angebote sind ausführlich und hilfreich. Sie erfordern Zeit, bedeuten Aufwand - und bringen Nutzen. Ich setze mich persönlich und detailliert mit der jeweiligen Anfrage auseinander.

Fast immer geht ein schriftliches Angebot aus einem persönliches Gespräch hervor, es ist quasi eine Zusammenfassung, eine Bestätigung. Ich finde dieses Vorgehen optimal, denn auch ein Telefonat klärt recht schnell, ob die Chemie stimmt und die Anforderungen zueinanderpassen.

Auf etwa 80 Prozent der rausgeschickten Angebote erhalte ich nicht nur eine Rückmeldung, sondern auch einen Auftrag. Mir ist klar, dass ich vergleichsweise viel positives Feedback erhalte, aber ich denke, es liegt auch der Qualität meiner Angebote. Denn nicht die Anzahl der verschickten Angebote macht den Unterschied, sondern die Wertschätzung, die ich dem (potentiellen) Kunden durch mein aussagekräftiges Angebot entgegenbringe. 

Unschön, eigentlich unhöflich ist es, wenn aber gar keine Rückmeldung, keine Antwort kommt. Natürlich fragt man im Normalfall nach, aber oftmals erhält man auch dann keine Antwort, wurde vergessen, der mögliche Kunden wusste nicht, dass er sich auf das Angebot melden sollte oder er hat sich für einen Mitbewerber entschieden, der einfach günstiger, aber unter Umständen in diesem Fall auch kompetenter ist. 

Und dann geht es noch mal anders: Denn es gibt sie da draußen, die Sammler von Angeboten. Und es gibt sie, die kurzen Anfragen per Mail, die sich nicht für Inhalte und Leistungen interessieren, sondern lediglich für den Preis. Das zeigt: Manchmal macht man eben nichts falsch und erhält den Auftrag dennoch nicht.

Ich werde auch in Zukunft nicht haufenweise langweilige Angebote verschicken. So arbeite ich nicht. Ich behandel mein Gegenüber genau so, wie ich es mir von ihm auch wünsche. Und bevor ich ein Angebot schreibe, frage ich nach. Ich rufe an oder maile nachfragend zurück - denn so profitieren beide, die Kunden und ich.

wortfeilchen

helvetismen: abdankung.

Abdankung. Nein, ich konnte mit dem Wort nichts anfangen. Zumindest nicht in dem Zusammenhang, wie ich ihn in der NZZ las. Es stand unter vielen Traueranzeigen - aber warum nur?

Wo ich herkomme, versteht man unter einer Abdankung die Amtsaufgabe, Amtabtretung, Amtsniederlegung, den Amtsverzicht oder das Ausscheiden, den Austritt, die Kündigung sowie den Rücktritt aus einem Amt. Könige danken ab, Präsidenten und Vorsitzende ebenso. Man muss schon was hermachen, um abdanken zu können.

In der Schweiz scheint es ganz anders zu sein. Dort gibt es keine Trauerfeier, sondern eine Abdankung. Große Verwirrung und krude Hypothesen kreisen in meinem Kopf: Vielleicht ist jeder Schweizer sein eigener Souverän, stirbt nicht, sondern dankt erhaben ab?

Nein, ganz so ist es (noch) nicht. Um den Sachverhalt zu klären, gehen wir weit weit zurück, und zwar ins Mittelalter. Damals hatte danken noch mit denken und Gedenken zu tun und dem damit verbundenen Gefühl und der Äußerung einer Dankbarkeit. Das finden wir heute noch zum Beispiel in den Worten Gott sei Dank oder bedanken wieder. Bis ins 17. Jahrhundert war es üblich jemanden mit Dank zu verabschieden oder jemanden abzudanken. Seit dem 17. Jahrhundert gebraucht man die Abdankung in deutschen Landen um - wie oben erwähnt - ein Amt abzudanken. Ergo nutzt man in der Schweiz Abdankung als Synonym für Leichenfeier zwar durchaus korrekt, ist aber sprachlich ein paar Jahrhunderte zu spät dran und dementsprechend antiquiert.

wortfeilchen

Sonntag, 14. November 2010

deutschlandkarten. deutsche sichtweisen.

Die liebe Nessy bloggt. Und zwar so wunderbar, dass ich ihr Blog seit Jahren lese. 

Gestern postete sie zwei Karten: Die Sicht des Berliners auf Deutschland von Georg Jähnig und ihre

Karte von Georg Jähnig

Nessys Deutschlandkarte

Es gibt aber noch weitere, sehr amüsante Deutschlandkarten. So die Sicht von Gerhard Seyfried aus dem Jahre 1977, die mir Francisco Kuhlmann freundlicherweise einscannte:

Deutschland - aus Sicht von Gerhard Seyfried

wortfeilchen aus Malochum, direkt neben Abortmund und Abszessen.

PS. Nachtrag von Francisco Kuhlmann: Die Karte stammt aus diesem Buch: Gerhard Seyfried, Wo soll das alles enden? Rotbuch Verlag, Berlin (c) 1978 und 1988 ISBN 3-434-53137-8.

Freitag, 12. November 2010

unnützes wissen: die stewardessen von emirates.

Nach der Gepäckabgabe bzw. dem baggage drop-off hat man Zeit. Und ein wenig Langeweile. Man schlendert durch den Flughafen, geht noch mal raus, schaut sich um und wartet. Menschen gehen vorbei, Flugpersonal ebenfalls - laaangweilig.

Am Flughafen Zürich bekam ich aber letztes Mal etwas zu sehen: Eine schwarze Großraumlimousine des Hilton Zürich fuhr vor und ca. 10 Stewardessen und drei Piloten stiegen aus. Die Damen waren von der Handtasche, den Schuhen, den kompletten Uniformen exakt gleich gekleidet. Wie so eine Stewardess halt so ausschaut, sagt Ihr nun sicherlich, aber ich fand es schön und eben anders. 

Quelle: rp-online.de
Quelle: http://www.luxist.de

wortfeilchen

PS. Leider wusste ich nicht zu welcher Airline die Damen gehören, daher ausgiebig recherchiert und es ist emirates. Vielleicht doch mal mit emirates fliegen!?

Donnerstag, 11. November 2010

schweizfund: luxemburgerli® von sprüngli.

Der Liebste hatte Verführerisches im Sinn - und die Spendierhosen an. Er bedachte mich mit Luxemburgerli von Sprüngli. Bunt und elegant (und hochpreisig) lachten sie mich an.

© Pierino Cerliani

Eigentlich sehen sie viel zu perfekt aus, um lapidar verspeist zu werden. Aber eben auch lecker. Und genau das sind sie auch. Wie unzählige Einheimische und Besucher aus aller Welt wurde ich gnadenlos verführt.

Es gibt nur ein Problem mit den Luxemburgerli: Sie müssen relativ schnell gegessen werden, denn nach etwa einem Tag werden sie weich und verlieren ihre besondere Konsistenz aus knusprig außen und sahnig innen. Dazu sind sie nur direkt bei Sprüngli erhältlich und ich wohne eben nicht in Zürich.

Was tun?

Ein Rezept für Luxemburgerli à la Sprüngli muss her. Lange habe ich recherchiert und mit dem Liebsten gegrübelt. Rezeptvorschläge gibt es viele, aber überzeugend sind sie eher nicht. Die Zutaten sind einfach: Mehl, Mandeln, Eier, Zucker und Sahne - aber das kann nicht das große und gut gehütete Geheimnis der Schweizer Leckereien sein.

Ist es auch nicht, das kann man nämlich in folgendem Video herausfinden:


wortfeilchen

Montag, 8. November 2010

Freitag, 5. November 2010

ein neckischer geist: der kobold.

Nein, nicht meine Idee, der Duden umschreibt die Bezeichnung Kobold mit neckischer Geist. Die Synonyme klingen schon vielfältiger: Vom Butzemann, Gnom und Hausgeist ist da die Rede. Oder auch von Heinzelmännchen, Hutzelmännchen, Troll, Wichtel und Zwerg.

Wer nun dachte, der Kobold hat mit dem gestrigen Artikel etwas zu tun, der irrt gewaltig, denn das Wort Kobold hat andere Wurzeln:

Es fängt damit an, dass es den Kobold nur im deutschen Sprachraum gibt, es ist ein rein deutsches Wort, das dem mittelhochdeutschen kóbolt und kobólt entstammt.

Sehr wahrscheinlich setzt sich Kobold aus Koben (= Schuppen, Verschlag, Häuschen oder Stall) und hold oder walten zusammen. Koben ist klar, hold kennen wir von Unhold oder auch Frau Holle. Hold wird positiv im Sinne von günstig, dienbar und treu gesehen oder umgekehrt unhold als böse und schädigend. Stammt der zweite Teil wirklich von mittelhochdeutsch walten, althochdeutsch waltan oder gotisch waldan, so landen wir bei beherrschen, regieren, besitzen und verursachen.

Also ist ein Kobold eigentlich ein Stalldiener, Hauswalter, Hausbeherrscher etc.

wortfeilchen

PS. Amüsant ist der Zusammenhang zwischen Kobold und dem chemischen Element sowie dem Metall Kobalt, der aus dem Bergbau stammt. Erze und Mineralien, die wertvolle Rohstoffe verunreinigten oder nutzlos machten, wurden den Berggeistern zugeschrieben und Kobold genannt. Die Bezeichnungen kobolt, kobolet, kobelt und cobaltum für diese nicht nutzbaren Erze und Mineralien sind seit dem 16. Jahrhundert belegt. Erst im 17. Jahrhundert erkannte man den Nutzen von Kobalt zur Blaufärbung.

tugendbold. lügenbold. trunkenbold. witzbold. raufbold.

In der deutschen Sprache finden sich viele Bolde, die vor Tugend, Trunkenheit, Witz, Raufwut oder Lügen nur so strotzen. Da gibt es den Tugendbold, den Lügenbold, den Trunkenbold, den Witzbold oder auch den Raufbold.

Woher kommt diese Konstruktion? 

Ich gebe es zu: Ich musste suchen, aber ich wurde fündig:
Das Suffix -bold erstarrte laut Duden zu einer leeren Endung, die wir nicht nur von den eben erwähnten Bolden kennen, sondern auch aus Namen wie Leopold, Willibald und Balduin. Letzterer gibt einen Hinweis auf den Ursprung. 

Ein Abverb, das zur Adjektivbildung neigt, ist der Übeltäter. Und zwar mittelhochdeutsch balde oder auch althochdeutsch baldo. Die Bedeutung lautet kühn und ist heute noch im Englischen mit dem Verb bold zu finden. Jemand, der keck, aufgeschwellt (klingt schweizerisch), hochfahrend, beherzt, couragiert, furchtlos, mutig, schneidig, unerschrocken, verwegen, waghalsig, mannhaft, tollkühn, wacker, eigenwillig, gewagt, risikobehaftet, risikoreich, riskant, abenteuerlich, dreist, frech, respektlos, schamlos, ungehörig, ungeniert, unverfroren, impertinent, unverschämt oder tolldreist ist oder handelt.

Im 17. Jahrhundert fand ein Bedeutungswechsel statt und aus kühn wurde eilig und schnell im Sinne von bald. Immerhin sind uns die Bolde erhalten geblieben.

wortfeilchen

Donnerstag, 4. November 2010

reduktion der schweiz & heavy kekse.

Meins! Copyright: Barbara Piontek

Ich habe die Schweiz um ein paar Kilo erleichtert. 

Schließlich habe ich geschätzte 5 Kilo Kekse (und/oder so) nach Deutschland importiert und bereichere somit die arme Diaspora enorm.

Und für die 3 Kilo Übergepäck habe ich AirBerlin auch ganz rechtmäßig 30 Euro auf den Counter geblättert. 

Andererseits habe ich für den ganzen Kram bereits ordentlich Geld in den Schweizer Supermärkten gelassen. 

Tja, die Eidgenossen sind vielleicht behäbig (und latent unpraktisch, rassistisch, arrogant, besserwisserisch, übertrieben patriotisch etc.), aber sie wissen schon ganz genau, wie man Menschen ordnungsgemäß Geld aus der Tasche zieht. Der Austausch funktioniert. Noch.

wortfeilchen 

PS. Ich möchte mich aber gleich bei AirBerlin entschuldigen, weil ich der letzte Passagier war und gleichzeitig lobend erwähnen, dass das Personal der Fluggesellschaft immer so richtig klasse ist. 

PPS. Nee, is nich allet schlecht in der Schweiz und im Schweizer Kaff Zürich, aber durchaus verbesserungswürdig. 

Dienstag, 2. November 2010

update: fkt bochum zieht in die bessemerstraße 30.

Das FKT Bochum war bisher an der Diekampstraße in Bochum ansässig. Verschiedene Gründe machten ein neues Heim erforderlich. Das FKT Bochum findet man nun an der Bessemerstraße 30, quasi einen Katzensprung entfernt.



Und ein Filmchen gibt es auch:

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Übrigens: Freitag findet die Eröffnung gleich mit einer Vernissage statt.


wortfeilchen

blogparade: lese-herbst 2010: thomas wharton: der klang des schnees.

Textania/Sabine Schönberg hat in ihrem Blog Kaffeepause eine, wie ich finde, sehr schöne Blogparade gestartet: Zwischen dem 25.10. und 21.11. 2010 läutet sie den Lese-Herbst ein und sucht dafür noch Buchtipps, Buchempfehlungen - schlicht Bücher, die man lesen sollte.

Gerade in Zürich weilend und keinen Zugriff auf die eigenen Buchbestände habend, griff ich unbeschwert auf die Bibliothek des wunderbarsten Mannes von Welt zu. Thomas Whartons Der Klang des Schnees fiel mir zufällig in die Hand.

© Pierino Cerliani
Zugegeben das Cover sprach mich nicht wirklich an. Ich habe keine Verbindung zu (romantisch anmutenden) Engeln und auch Winter, Schnee und Wintersport sind mir recht fremd. Selbst die Zeilen auf der Rückseite des Buches stießen mich eher ab, heißt es dort doch:

Als er, gefangen in einer Gletscherspalte, zwischen Leben und Tod schwebt, erblickt Edward Byrnes im sonnendurchschienenen Eis einen Engel - eine Vision, die ihn auch nach seiner Rettung noch völlig gefangennimmt. Immer wieder zieht es ihn zurück in die wilde Landschaft der kanadischen Rockies, wo sich der Unfall ereignete und wo er hofft, dem Gletscher sein Geheimnis zu entringen ...

Recht hochtrabende Worte und meine Frage, ob mich nun ein Abenteuerbericht erwarten würde oder eine esoterische Erzählung, die mich langweilen würde? Kurzentschlossen schlug ich Der Klang des Schnees auf und begann zu lesen. 

Wir landen Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts. Grob umrissen ist der Arzt Edward Byrnes der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Seine Geschichte, sein Leben, seine Gedanken bilden die Basis. Er fällt mit seiner Botanisiertrommel (ein amüsantes Detail) in eine Gletscherspalte der kanadischen Rockies, wird gerettet und verbringt den Großteil seiner Genesung in der spartanischen Holzhütte von Sara, die immer wieder in der Geschichte auftaucht, spannende Details beiträgt und selbst eine teils mysteriöse, teils plausible Lebensgeschichte parat hält. Byrnes kehrt nach London zurück, aber die Vision des Engels in der Gletscherspalte lässt ihn nicht los - er kehrt immer wieder zurück nach Jasper, sucht nach Antworten, erlebt die Veränderungen und Eingriffe in die unberührte Natur des heutigen Nationalparks Jasper, wird im Laufe der Zeit zum Glaziologen - und trifft spannende Menschen, die seinen Weg begleiten. Hal Rawson, der Lyriker, ist einer. Oder auch Trask, der ehemalige Bergführer, der sich zum Touristikmanager mausert. Und Lord Sexsmith, für mich ein typischer englischer Adliger seiner Zeit.

Der Sprachstil, die Schreibart begeistern mich von Anfang an. Dies ist eine Erzählweise, die mich unterhält, informiert und amüsiert. Thomas Wharton spielt mit Worten, geizt mit Worten, lässt Raum für eigene Gedanken und Vorstellungen, regt zu eigenen Bildern und zum Nachdenken an. Was auf den ersten Blick nicht definierbar war, entwickelt sich fast zu philosophischen Ergüssen, denen man nachgehen mag. Eine eigene Welt, fast schon ein Kosmos in einer Welt, so würde ich es beschreiben. Irgendwie ist alles besonders: die Stimmung, die Orte, die Menschen, die Ereignisse. Thomas Wharton schafft es mit wenigen (gezielten) Worten zu faszinieren, auf eine eigentümliche Art zu fesseln, zu verzaubern und den so kalt anmutenden Ort lebendig zu machen.

Die Handlung springt zwischen Zeiten und Orten, was aber nicht, wie bereits öfter in anderen Büchern erlebt, konfus und anstrengend ist, sondern spannend und gut. Die Handlung spielt vor mehr als 100 Jahren, dennoch wirken weder Sprache, Personen oder Gegebenheiten ganz weit weg und antiquiert - es macht einfach Spaß in die Charaktere, Orte und in die Geschichte der Rockies einzutauchen. 

Thomas Wharton hat wunderbare Charaktere entstehen lassen, die auf den ersten Blick ganz durchschnittlich erscheinen, aber bei genauerem Hinsehen ihre ganz persönliche Geschichte erzählen. Besonders die starken und manchmal für die damalige Zeit eigentümlichen und starken Frauen sind es, die mich beeindrucken. Da ist Sara, ihre Mutter eine einheimische Schamanin, oder auch Freya Becker, die skandalumwitterte Kletterlady und Elspeth, eine Schottin, die zur erfolgreichen Hotelmanagerin avanciert und Byrnes nahe kommt. Sie alle sind unabhängig, machen einfach ihr Ding und sind dabei wunderbar menschlich und sympathisch.

Es ist schwer Thomas Whartons Der Klang des Schnees zu beschreiben, ich würde immer dieses oder jenes Detail vergessen. Es ist ein erstaunliches, subjektives und persönliches Buch, das nicht loslässt und umschmeichelt - jeden auf eine ganz individuelle Art. Lesen!

wortfeilchen

suchbild. herbstimpression. herbstfarben. zürich.

© Pierino Cerliani