Dienstag, 30. September 2008

Besser geht nicht!

Der Mond strahlte bereits durch das wolkendurchzogene Himmelszelt, als sich das Wortfeilchen aufmachte um zu lernen, denn es ist der Ansicht nie genug zu können und möchte Fehler tunlichst vermeiden (Gruß nach Rostock).

Schriftlich in schimmernden Lettern angekündigt und versprochen ward die magische, wahrscheinlich vor Erhabenheit leuchtende Experten-Super-Zauberin der Texte. Das Wortfeilchen ward unschlüssig ob des angekündigten Zaubers, begab sich aber dennoch zur vereinbarten Zeit an den Ort der atemberaubenden Magie - ein Glaspalast, der eher an einen Seniorentreff erinnerte (auch wegen der vorherrschenden Temperatur).

Die Zauber-Expertin erschien ohne Zusatzeffekte - keine Blitze, nicht einmal eine klitzekleine Rauchschwade kündete vom ihrem Eintreffen: Eine schlichte Frau um die 50 erschien auf ihren eigenen Füßen in unserer Mitte, wobei sich das Wortfeilchen schon darauf gefreut hatte endlich das effektvolle Schweben zu erlernen.

Sie erhob die Stimme und ihre Sprache - und ihre Witze - überzeugten nicht wirklich, während die Inhalte einigermaßen plausibel, wenn auch nicht neu oder unbekannt, waren und kratzte unbeeindruckt an der Oberfläche der Materie.

Irgendwann erklomm sie den Punkt, an dem es um Rechtschreibung und Korrekturlesen ging und das Wortfeilchen dachte zuerst, ihre Ohren würden sie im Stich lassen, denn die selbsternannte Magierin ward der Meinung, dass man Texte immer gegenlesen lassen muss um Rechtschreibfehler zu vermeiden. Jaja, bis dahin klingelten dem Wortfeilchen noch nicht die Ohren, aber als die so genannte Expertin anhub zu verkünden, dass ja eine Tochter oder ein Sohn oder wer gerade verfügbar ist dafür bestens geeignet sei, ging ein Schütteln durch des Wortfeilchens Körper.

Aber die so gar nicht zaubernde Expertin redete unverdrossen (und erschreckend naiv) weiter und pries die Vorteile des Rechtschreibkorrekturprogrammes, welches Teil eines uns allen bekannten Textverarbeitungsprogrammes auf dem heimischen PC ist. Dies ist anscheinend der Zauberstab der Möchtegernmagierin, denn nachdem sie uns ihren Flyer huldvoll übergab, überkam das Wortfeilchen schlussendlich doch das Grausen und sie ward nur noch in der Lage schweigend auf die Fülle der Rechtschreib- und Formatierungsfehler zu deuten und nach Luft zu schnappen.

Erinnert das Wortfeilchen frappierend an Rumpelstilzchen, aber erstaunlicherweise scheint sie Erfolg mit ihrem Tun zu haben - warum auch immer - und sie hat so gar keine Probleme damit ihre Defizite nicht zu erkennen. Im Gegenteil, das Wortfeilchen fragt sich, ob Rumpelstilzchen richtig klug oder einfach dumm und dreist ist.

wortfeilchen - am Ende ihrer Kraft & Geduld

PS: Wenn das Wortfeilchen dachte, es wäre vorbei mit dem Matryrium, so täuschte es sich gewaltig, denn die enttarnte Hexe schob unverdrossen und von sich selbst überzeugt per Mail glatt eine Zusammenfassung des abendlichen Vortrags hinterher und - wie nicht anders zu erwarten - schrie diese fast von allein, weil von falscher Rechtschreibung durchzogen und eine Formatierung auf Grundschuldniveau aufweisend.

Freitag, 26. September 2008

Europäischer Tag der Sprachen

Der Philologin Herz frohlockt, denn der heutige Tag ist dazu gedacht, die Mehrsprachigkeit und Wertschätzung aller europäischen Sprachen und Kulturen und auch noch lebenslanges Lernen zu fördern.

Den Tag gibt es seit 2001 (dem europäischen Jahr der Sprachen) und der Europarat und die EU versuchen ganz vielen Menschen durch Aktionen, Veranstaltungen und Iniativen das Kennenlernen und Erlernen von Sprachen schmackhaft zu machen. Koordiniert wird das Ganze vom Europäischen Fremdsprachenzentrum des Europarates.

Na, ich mache gerne mit und suche noch eine lokale Möglichkeit endlich Hebräisch und Sanskrit zu lernen.

wortfeilchen

Donnerstag, 25. September 2008

Fast wie im Film, die Zweite

Ich bin eine gute Tochter. Ich besuche meine Mutter ebenso regelmäßig wie gerne. Da kann es schon mal später werden. Der Weg von meiner Mutter zu mir dauert ungefähr 5 Minuten und geht mitten durch die beleuchtete City von Bochum, also kein Problem - dachte ich. So auch letzte Woche. Es wurde ca. 22h und der Herbst hält mit kühlen, fies-feuchten Nächten auch in Bochum Einzug.

Frohen Mutes und mit Vorfreude auf eine heiße Dusche stapfte ich gen Heimat - mit Alanis via MP3-Player am Ohr und einem Rucksack voller Einkäufe auf dem Rücken - als ich eine Frauenstimme hörte.

Hallo!
Keine Reaktion von mir, weil ich dachte, wen meint denn die.
Halloooo! Wollen Sie die Straße entlang?
Ich blieb stehen und dachte bei mir, nein, ich wollte mich nun genau hier hinsetzen und die Nacht mit Blick auf das angestrahlte Gotteshaus verbringen oder wahlweise einen Tunnel graben.
Gehen Sie da nicht lang!
Ich zog eine Augenbraue hoch.
Meine Freundin und ich waren gerade bei einer Modenschau, ich brachte sie zu ihrem Auto als uns ein Mann mit einer Cola-Flasche begegnete, der sich öffentlich selbst befriedigt (nee, so drückte sie sich nicht aus, aber ich bin gut erzogen).
Aha, und nun?
Steigen Sie ein, ich bringe sie eben um die Ecke.
Perplex oder überrascht wie ich war dachte ich an den vollen und schweren Rucksack auf meinem Rücken und stieg ein.

Kaum im Auto regte sie sich auf, weil mitten in der City und überhaupt mit einer Cola-Flasche in der anderen Hand - anscheinend ein wichtiges Detail. Ich fragte sie gerade dezent, ob sie zumindest die Polizei angerufen habe als wir vor meinem Haus hielten und im gleichen Moment die Polizei neben uns hielt. Ich also aus dem Auto gesprungen und dem Freund & Helfer zugewunken. Beide schauten mich ein bisschen komisch an, stiegen aber aus. Die unentwegt redende (was ich nicht nett fand) Nachhause-Bringerin (was ich sehr nett fand) schwallte sogleich die beiden Beamten zu, ich bedankte mich und entkam - dem Cola trinkenden Exhibitionisten und ihrem permanenten Redeschwall! Da soll noch mal einer sagen in Bochum is nix los!

wortfeilchen

Mittwoch, 24. September 2008

Kichernde Bäume

Ich bin ein fröhlicher Mensch. Ich bin ebenfalls ein direkter Mensch und lache mir gerne spontan einen Ast. Aber wieso eigentlich?

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, dieses Mal im 19. Jahrhundert kam diese Redewendung in Mode: Wenn man richtig herzhaft lacht, krümmt sich unser Körper, der Rücken wölbt sich, die Schultern gehen nach vorne. Damals stand das Wort Ast synonym für das Wort Buckel und weil der lachende Mensch seine Körperhaltung dementsprechend ähnlich verändert, lacht er sich einen Ast - auch heute noch, wo ein Ast eigentlich nur am Baum hängt.

wortfeilchen

Dienstag, 23. September 2008

Welches Geschlecht hat mein Gehirn?

Ich liebe diese kleinen Tests (und auch Statistiken). Bei Nessy habe ich einen Test entdeckt, der angeblich rausfindet, wie mein Hirn tickt.

Irgendwie erstaunt mich das Ergebnis nicht wirklich:




Your Brain is 67% Female, 33% Male



Your brain leans female

You think with your heart, not your head

Sweet and considerate, you are a giver

But you're tough enough not to let anyone take advantage of you!




wortfeilchen

Montag, 22. September 2008

Monatsnamen - September

Es klingt nicht nur langweilig, es ist auch ziemlich langweilig: Der September heißt September, weil er nach dem römischen Kalender der siebte Monat des Jahres ist und die Zahl Sieben lateinisch septem lautet.

Die alten germanischen Bezeichnungen Scheiding, Herbstmond, Herbstmonat, Herbsting, Holzmonat, Gerstmonat, Speltmonat und Engelmonat klingen doch viel poetischer und schöner.

Ende des Monats bzw. am 22./23. September gibt es aber noch die Tag-und-Nacht-Gleiche (aequinoctium autumnale) und somit den untrüglichen Beweis, dass die Tage kürzer und die Nächte länger werden.

wortfeilchen

PS: Alles Liebe für das heutige Geburtstagskind - meine Mutter.

PPS: Ein Tipp - http://federwerk.wordpress.com

Mittwoch, 17. September 2008

Rezepte: Bagel

Ich liebe sie - Bagel. Sie sind lecker, kalorienarm und vielseitig, aber in Bochum bekommt man sie nicht einfach so, daher habe ich angefangen sie selbst zu backen und unterschiedliche Rezepte getestet.

Wer auch mal will - hier mein Favorit, den es hier auch als Video-Anleitung gibt:

Zutaten:
500 Gramm Mehl/Vollkornweizenmehl
21 Gramm frische Hefe/ein halber Würfel
1 Esslöffel Zucker/braunen Zucker/Honig
10 Gramm Salz
20 Gramm Butter

Einen Topf Wasser
Honig oder Zucker
Sesam, Mohn, Kümmel, Eigelb

So geht´s:
Die Hefe in das Mehl bröseln, etwas vermischen, warmes Wasser hinzufügen und ca. 5 Minuten kneten. Geht manuell oder einfach alle Zutaten in eine belastbare Küchenmaschine geben. Salz und Butter hinzufügen und zu einem elastischen Teig verkneten. Das dauert ca. weitere 5 Minuten. Den Teig abdecken und ca. 40 Minuten gehen lassen. Ich decke ihn mit einem sauberen Geschirrhandtuch ab und stelle ihn, wie Oma es mir beigebracht hat, unter eine Bettdecke ins Bett.

Den Teig zu ca. 8 Kugeln formen und daraus Bagel formen. Erneut abdecken und für ca. 40 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit einen großzügigen Esslöffel Honig in einen Topf mit Wasser geben und zum Kochen bringen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Bagel einzeln und nacheinander ins kochende Wasser legen und von jeder Seite
ca. 1 Minute ziehen lassen. Dann rausnehmen und eine Seite in Sesam, Mohn (oder was man mag) legen. Mit dieser Seite nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und auf dem mittleren Einschub des Backofens etwa 15-20 Minuten hellbraun backen.

wortfeilchen

PS: Bagel sind eine jüdische Spezialität, daher hier noch ein Rezept für koschere Bagel.

PPS: Laut Duden heißt der Plural von Bagel zwar Bagels, aber ich finde die Mehrzahl Bagel viel schöner.

Montag, 15. September 2008

Vollmond

Wir sind wieder wer, sagte der Wolf, als der Vollmond kam.

- unbekannt -

Krause Glucke

Doro war in den Pilzen - und wurde fündig - siehe Foto.

Ich kannte diese Sorte noch nicht: Erinnert äußerlich an einen Schwamm oder entfernt einen Blumenkohl. Anfangs ist der Pilz weißlich und je älter er wird, desto gelblich-bräunlicher wird er. Was mich aber richtig erstaunt, die krause Glucke kann richtig groß werden und bis zu 5 Kilo wiegen.

Ich hoffe, die Pilze waren ebenso lecker?

wortfeilchen

PS: Danke Doro für das passende Begleitfoto. Hier noch mehr Fotos von Doro.

Donnerstag, 11. September 2008

Plagiate finden!

Wer selbst Texte verfasst, vertreibt und veröffentlicht kennt das Problem: Immer wieder werden die eigenen Texte kopiert, geklaut oder als eigene ausgegeben. Nicht nur unfair und ärgerlich, sondern laut Urheberrecht auch strafbar.
Damit Ihr selbst kontrollieren könnt, ob Eure Texte irgendwo im Internet zu finden sind, hier einige Links:


wortfeilchen

Mittwoch, 10. September 2008

Olle Lappen

Na, heute auch schon über eine Lappalie aufgeregt? Aber keine Ahnung, woher der Ausdruck stammt?

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren - dieses Mal im 17. Jahrhundert - kamen Studenten aus Spaß auf die Idee unserem Alltagswort Lappen eine lateinische Endung zu geben und aus dem Lappen wurde die Lappalia, die dann im Laufe der Zeit zu unserer Bezeichnung für eine unbedeutende bzw. unwichtige Sache wurde: Lappalie.

wortfeilchen

Dienstag, 9. September 2008

Fast wie im Film!

Bochum letzte Nacht. Ganz Bochum schläft oder ist auf dem Weg ins Bett. Ganz Bochum? Mitnichten! Denn kurz bevor auch ich mich in die Horizontale bewege, werde ich durch laute Stimmen aufgeschreckt und gehe verwundert quer durch die Wohnung ans Fenster.

Schräg gegenüber steht ein kleines Auto, dahinter ein Polizeiwagen, deren zwei Insassen wiederum die vier Insassen des kleinen Autos aus selbigen holen. Die Jungs werden befragt, gegen das Auto gelehnt und wie im Film durchsucht. Kurze Zeit später kommt der zweite Polizeiwagen, schnappt sich einen jungen Mann und verschwindet mit ihm in die Nacht.

Unterdessen kommt langsam ein Kombi angefahren, ein Mann steigt aus, geht zum Kofferraum und lässt einen Schäferhund raus. Richtig - das kleine Auto wird anscheinend auf Drogen durchsucht. Der sehr folgsame Hund (so artig war meiner nie) springt durchs Auto. Der Mann öffnet den Kofferraum und dieser wird komplett geleert - erstaunlich, was alles in einen so kleinen Kofferraum passt - und der Hund durchsucht auch diesen. Schließlich nehmen die Beamten einen weiteren jungen Mann mit sich und das kleine Auto mit den anderen beiden jungen Männern folgt brav dem Polizeiwagen.

Mich hat eindeutig der Drogenhund beeindruckt - auch der Grund, warum ich mir das Ganze angeschaut habe. So fröhlich und gut erzogen kenne ich keinen Hund und es wirkte kein Stück wie Arbeit oder Drill. Der Hundeführer (klingt blöd, oder?) war aber richtig nett und hat, nachdem er den Hund wieder in sein Auto hüpfen ließ, diesen erstmal richtig geknuddelt, liebevoll mit ihm geredet und auf den Kopf geknutscht - toller Mann!

Und was lerne ich daraus? Ich will wieder einen Hund!

wortfeilchen

Montag, 8. September 2008

Lackschäden

Im Netz findet man verschiedene Angebote, wo man Menschen, mit denen man die Schulzeit verbracht hat, finden kann und umgekehrt. Sicher, ich habe nichts zu verbergen und bin auch eingetragen.

Jedenfalls passiert es mir öfter, dass Menschen mein Profil besuchen, mit denen ich eindeutig zur Schule ging, deren Namen ich aber entweder gar nicht kenne oder erst, wenn ich ihre Mädchennamen lese. Fotos helfen mir allzu oft leider auch nicht weiter - ich erkenne sie allzu oft einfach nicht (wieder) - dabei habe ich eigentlich ein phantastisches Gedächtnis für Namen und Bilder.

Erstaunlicherweise dachte ich, die letzten Jahre - immerhin sind seit dem Abi fast 20 vergangen - hätten auch in meinem Gesicht ihre Spuren hinterlassen und den anderen Schulfreunden, die man aus den Augen verloren hat, würde es genauso gehen, aber nöö, is nich. Während ich furchtbar viele erst auf den zweiten Blick erkenne, haben sie keine Schwierigkeiten mit mir bzw. mit meinen Fotos.

Woran liegt das? Bröckelt mein Lack doch nicht wirklich? Habe ich mich gut ge-/erhalten oder kaum verändert? Ist das gut oder schlecht? Oder bin ich lediglich aufgefallen und habe mich in ihr Gedächtnis gebrannt?

wortfeilchen

Donnerstag, 4. September 2008

Eine kleine Demutsgeste

Weil ich die Definition so hübsch finde, zitiere ich doch ausnahmsweise mal aus Wikipedia:

Als Demutsgebärde oder Demutsgeste bezeichnet man in der Ethologie eine besonders deutlich ausgeprägte Beschwichtigungsgebärde bei sozial lebenden Tierarten, die einer Unterwerfung unter einen stärkeren Kontrahenten gleichkommt. Auf diese Weise kann ein im Kampf unterlegenes Tier dem siegreichen Tier seine Niederlage signalisieren. Eine solche Geste kann so stark aggressionshemmend wirken, dass der Kampf abgebrochen wird und das unterlegene Tier von andernfalls möglichen, weiteren Verletzungen verschont bleibt.

Aber ist Euch eigentlich klar, dass ein schlichtes Nicken auch Demut, Unterordnung und Zustimmung signalisiert? Lediglich in Indien und Griechenland wird ein Nicken als Nein ausgelegt, während der Rest der Welt ein eindeutiges Ja versteht.

wortfeilchen

Mittwoch, 3. September 2008

Perfekte Geschenkideen

Schon bemerkt? In den Supermärkten hält Weihnachten Einzug - überall grinsen Dominosteine, Spekulatius und Christstollen - warum weiß ich allerdings auch nicht. Außerdem bin ich für weihnachtliche Köstlichkeiten und ritualisierte Festivitäten sowieso nur bedingt zu gewinnen. Was mich aber durchaus begeistern kann, ist ein Schokoladenbrunnen!

Egal, ob es sich um diese Luxusvariante oder die günstigere und schlichtere Variante handelt, die man anscheinend fast überall bekommt
- mir fallen spontan unzählige Verwendungsmöglichkeiten ein.

Daher, lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir einen Schokoladenbrunnen unterm Weihnachtsbaum.

wortfeilchen