Sonntag, 30. Dezember 2007

Vorsicht glatt?

Momentan höre ich es wieder überall: So ziemlich jeder Mensch wünscht mir einen guten Rutsch, wobei ich den Ausdruck an sich schon etwas zweifelhaft finde, denn rutschen klingt für mich eher nach Aua. Dabei hat dieser Ausdruck so rein gar nichts mit rutschen oder Schmerzen zu tun.

Er stammt, wie so viele Redensarten und Begriffe, aus dem Jiddischen. A gid rosch, wie es ursprünglich heißt, bedeutet lediglich ein guter Anfang oder Start. Also mehr eine Floskel wie Hals- und Beinbruch und nicht speziell auf unser Neujahr gemünzt. Nebenbei bemerkt stammt der Hals- und Beinbruch wiederum von dem jiddischen Segenswunsch Hasloche un Broche - Glück und Segen.

Der Mensch neigt zu Verballhornungen, vor allem, wenn es um Sprachen geht, die er nicht versteht und so wurde aus dem allgemeinen Wunsch, für uns der gute Rutsch ins neue Jahr. Das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana, der Kopf/Anfang des Jahres, findet im September/Oktober statt und Juden begrüßen bzw. wünschen sich schana tova oder a gut yor.

Also wünsche ich für das neue Jahr einfach schana tova und keinen guten Rutsch! Mazal Tov!

wortfeilchen

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Mittendrin!

Wir sind zwischen den Jahren, in einer Zeit, die es im Kalender nicht gibt. Diese Redewendung bezeichnet die Tage - und Nächte - zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, dem Dreikönigstag.

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, gab es Religionsstreitigkeiten zwischen Protestanten und Katholiken. Klar, die gab und gibt es immer mal wieder, aber in Süddeutschland wurde es heftig, denn seit 153 v.Chr. begann das Jahr offziell am 1. Januar, was aber nicht mit der christlichen Zeitrechnung zusammenpasste, denn hier beginnt das Jahr am 25. Dezember, wenn Jesus geboren ist. Viele Christen begannen das Jahr am 6. Januar, da an diesem Tag Jesus getauft wurde. Also gab es im Endeffekt dreimal einen Jahresbeginn, nämlich am 25. Dezember, am 1. und am 6. Januar. Im 17. Jahrhundert legte der damalige Papst Neujahr auf den 1. Januar, was aber nicht alle Bistümer, Städte und Landkreise mitmachten. So gab es in Süddeutschland etwa 100 Jahre lang unterschiedliche Kalender - je nachdem, ob man sich, wie die Katholiken nach dem Gregorianischen, oder die Protestanten nach dem Julianischen Kalender richtete.
Das ging sogar so weit, dass an der Universität in Tübingen ein Theologieprofessor den Kalender der anderen als Werk des Teufels und des Antichristen beschimpfte.

Betrachtet man es rein historisch und objektiv stimmt das alles nicht, denn Jesus wurde sehr wahrscheinlich im Frühling geboren ...

wortfeilchen

Freitag, 21. Dezember 2007

12 rauhe Nächte im Rad der Zeit

Das christliche Weihnachtsfest gehört laut Historikern eher in der Frühling, denn Jesus wurde garantiert nicht zur Zeit der Wintersonnenwende geboren. Heute ist Wintersonnenwende, der kürzeste Tag des Jahres. Dieses heidnische Fest heißt Jul und ist um einiges älter, als das christliche Weihnachtsfest.

Der Begriff Jul geht wahrscheinlich auf das Wort Rad zurück und meint damit das Rad der Zeit, das sich nun wieder ein Jahr weitergedreht hat. Jul ist kein Zeitpunkt, sondern ein Zeitraum von 12 Nächten und beginnt in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember. Diese Nächte heißen Rauhnächte und gehören weder zum alten, noch zum neuen Jahr - die Grenzen zwischen den Welten sind verwischt und Wotan zieht mit seinem Totenheer durch die Lüfte, was zwar die Tage wieder länger und die Felder furchtbar macht, aber dennoch so heikel ist, dass man eine Begegnung meidet und lieber zu Hause bleibt.

Es gab viele Rituale, die über Jahrhunderte völlig normal waren. So löschte man alle Feuer, außer des einen Julfeuers, das gemeinsam bewacht wurde. Die Asche des Julfeuers wurde aufbewahrt und bei Bedarf verstreut, denn sie brachte Glück. Träumen, die man in diesen 12 Nächten hatte, wurde nachgesagt, dass sie entsprechend in den nächsten 12 Monaten wahr werden würden. Bäume, die Symbole des Lebens, wurden mit Früchten oder Nüssen behängt und könnten so die Vorläufer unseres Weihnachtsbaumes sein.

Wenn sich die Menschen in Skandinavien - hier dauerte die Christianisierung sehr lange -
God Jul, Gleðileg Jól oder God Jul wünschen, steht dies zwar für Weihnachten, geht aber zurück auf das heidnische Jul.

wortfeilchen

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Mainz!

... oder 3-2-1-meins!

Na, auch im vorweihnachtlichen Kaufrausch? Das Internet ist eine große Shopping-Mall für Männer und Frauen. Auch wenn derzeit die meisten Internetnutzer Männer sind - Frauen kommen eben langsam, aber gewaltig - holen Frauen langsam auf. Ebay hilft bei der Suche nach Geschenken gerne weiter und hat gerade eine Statistik über seine Nutzer und deren Gewohnheiten veröffentlicht:

Demnach ist der durchschnittliche Bieter vorwiegend männlich, wobei Frauen kaltblütiger sind und gerne kurzfristig bieten - und beim Anteil der gewonnen Auktionen an den Männern vorbeiziehen.

Bei den gebotenenen Objekten bestätigen sich die Klischees, denn Frauen schauen in erster Linie nach Markenkleidung und Schuhen, während Männer Technik wie Notebooks und Handys bevorzugen. Komischerweise bieten Frauen eher auf Gartenzwerge und mehr zwei Drittel der Interessenten für Wasserbetten und Quietscheentchen sind Männer.

Männer bezahlen überwiegend mit ihrer Kreditkarte, Frauen überweisen lieber ganz klassisch.

wortfeilchen

Montag, 17. Dezember 2007

Schwanger, einzig und quadratisch

Es gibt Eigenschaften, die absolut sind. Eine ist es, einmalig zu sein - das nennt sich Absolutadjektiv.

Die Steigerung eines Absolutadjektives ist ein Superlativ - aber Vorsicht! - das geht schon mal schief, denn den einzigsten Freund gibt es genauso wenig, wie das leerste Glas oder die schwangerste Frau. Stummer als stumm kann man nicht sein und quadratischer als quadratisch existiert nicht. Man ist nicht kinderloser und am kinderlosesten funktioniert auch nicht.

Adjektive, die nicht gesteigert werden können, weil mehr einfach nicht geht: einmalig, einzig, fertig, ganz, lauwarm, leer, mündlich, quadratisch, richtig/falsch, schwanger, tot, total, stumm, blind, kinderlos, absolut.

wortfeilchen - einzig, nicht schwanger, aber lebendig.

Freitag, 14. Dezember 2007

Den Letzten beißen die Hunde!

Steht so richtig Ärger ins Haus, ist jemand mit seiner Geduld am Ende oder das Wasser steht schon fast bis zum Hals, sagt man im Pott (und vielleicht anderswo auch): Jetzt ist aber Matthäi am Letzten!

Besonders Kinder hören diesen Satz schon das ein oder andere Mal, wenn dem Umfeld gleich der Geduldsfaden reißt. Jedenfalls ich erinnere mich sehr gut an diese Redewendung.

Aber wer ist überhaupt dieser Matthäi und wieso am Letzten?

The bible tells me so, wie ein Lied der vierziger/fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts so wahr sagt:

Diese Redewendung bezieht sich nämlich auf den Apostel Matthäus, der von Beruf eigentlich Steuereintreiber bzw. Zöllner war. War Matthäi am Letzten hieß dies, dass die Betreffenden bald kein Geld mehr haben werden und dann ist da auch noch der Steuereintreiber, der nämlich damals, wie auch heute noch, teilweise drakonische Strafen verhängen konnte. Wie diese damals genau aussahen, kann ich nicht sagen, aber die Redensart ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und verbreitet. Fakt ist, wenn der Steuereintreiber noch den letzten Rest nahm, war man pleite und andere Wege, das Geld zu entrichten waren angesagt.

Die nächste Möglichkeit bezieht sich auch auf Matthäus, der, bevor er Jesus traf Levi hieß, aber auf eine Stelle in der Bibel. Es sind die letzten Worte von Jesus im Matthäusevangelium, gleichzeitig der Auftrag viele Taufen durchzuführen und den Glauben zu verbreiten und dann noch das Versprechen, immer bei den Aposteln und allen Gläubigen zu sein. Gemeint ist damit die Aussage, dass Matthäus bis zum letzten Tag der Menschheit den Glauben verbreiten würde. Da ich aber die meisten Bibelübersetzungen, besonders die von Luther, als nicht wirklich korrekt kenne, muss ich mal in einer altgriechischen Bibeln blättern, denn diese kommt dem Original am nächsten.

wortfeilchen

PS: Meinem Bruder und einem richtig netten Mann in Hannover alles Liebe zum Geburtstag!

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Blond macht blöd!

Nun ist es raus; es liegt gar nicht an den Frauen und Männer können auch nicht wirklich etwas dafür, denn trifft Mann auf blonde Frau ist es mit seinem Intellekt aus und vorbei - sein Hirn streikt!

Französische Psychologen testeten, was passiert, wenn Mann mit einer Blondine, Brünetten, Schwarzhaarigen und einer Rothaarigen konfrontiert wird. Sie luden Männer zu einem Intelligenztest ein. Bevor es losging, ließen sie die Männer Fotos von Frauen mit unterschiedlichen Haarfarben anschauen. Bei allen Haarfarben gab es keine nennenswerten Reaktionen, aber eine Blondine hatte den Effekt, dass die Herren sehr viel schlechter Aufgaben lösen und sich kaum noch konzentrieren konnten.

Männer reduzieren beim Anblick unbewusst ihre Hirnaktivität, um besser da zu stehen und kompatibler zu erscheinen, denn blonde Weibchen sind einfach selten und jeder Mann will sie haben, mit allen Mitteln - auch wenn das heißt, das Hirn kaltzustellen. Mann geht nach gängigen Vorurteilen vor und die besagen, blonde Frauen sind dumm. Mann rechnet gar nicht damit, dass sein Gegenüber geistreich und klug sein könnte - und fällt daher vielleicht bei manch blonder Frau ganz böse auf die Nase.

Bleibt noch die Frage, wie Frauen auf blonde Männer reagieren?

wortfeilchen

PS: Immerhin kann ich mir nun ein paar Begebenheiten meines Lebens erklären. Ich sollte mich mal mit Sharon Stone austauschen, obwohl die nicht echt blond ist, aber immerhin 10 Punkte mehr beim IQ-Test als ich schaffte.

Montag, 10. Dezember 2007

Unnützes Wissen, die Dritte.

Süß und salzig passt nicht zusammen? Ich meine damit nicht die typisch amerikanische Kombination von Erdnussbutter und Gelee. Schon mal in eine Süßspeise statt Zucker Salz getan und probiert? Schmeckt gar nicht gut, oder?

Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt ganz viele Arten von Bananen, die botanisch gesehen eigentlich Beeren sind. Sie enthalten furchtbar viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, Zucker und ordentlich Salz. Wie jetzt? Ja, denn 100 Gramm des durchschnittlichen Bedecktsamers, (na, wer grinst an dieser Stelle?), den wir so gerne essen, enthält sage und schreibe 200 mg Kochsalz.

Damit ist die Banane der König unter den salzhaltigen Obstsorten. 100 Gramm Beeren enthalten gerade mal 25 mg Kochsalz. Bei Steinobst sind es schon 100 mg.

Empfohlen werden für Erwachsene maximal sechs Gramm Salz pro Tag, fünf Gramm für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren und drei Gramm für Kinder zwischen vier und sechs Jahren.

Also das nächste Mal, wenn wir eine Banane essen, einfach mal dran denken, wie viel Salz da drin ist.

wortfeilchen

Freitag, 7. Dezember 2007

Was für ein Gemüse!

Möhren, Paprika, Gurken und wie sie alle heißen, sind für uns selbstverständlich Gemüse, aber schon mal drüber nachgedacht, warum es überhaupt Gemüse heißt?

Wieder einmal damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, hatte man meist nur eine Feuerstelle mit offenem Feuer und darüber nur einen Topf. Man lebte äußerst effizient und warf alles Grünzeug in einen Topf und kochte es, bis es ganz weich und eher ein Brei war. Mittelhochdeutsch gemüese ist ebenso wie gemose, mûs und müslî eine Form von muos, was Mus bzw. Brei und eben auch unser Gemüse bedeutet. Das musähnliche, eher pampige Grünzeug wurde zu unserem Gemüse.

In Skandinavien kennt man das Wort Gemüse nicht, dort gibt es grüne Sachen oder eben Grünzeug, in Norwegen z.B. Grøntsaker.

wortfeilchen

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Sie sind wieder da!

Seit vielen Jahren jeden Winter das gleiche Spiel: Sie stehen rum, watscheln umher, brüten und ziehen kleine Federbüschel groß. Wer? Eselpinguine in der Antarktis!

Und jedes Jahr bin ich wieder fasziniert, verfolge stundenlang Naturbeobachtungen und bin einfach nur begeistert, weil ich dabei nicht frieren muss und die Pinguine nicht störe. Außerdem ist die Aussicht einfach nur phänomenal.

Wo in der Antarktis?
Auf einer Halbinsel bzw. neben einer Insel der chilenischen Base General Bernado O'Higgins in der Antarktis. Dort gibt es eine deutsche Forschungsstation, hier mehr Informationen und viele Bilder über das Leben und den Alltag dort.

Und dann gibt es Martin Grund, dem ich wirklich danke, denn er kam 2003 auf die geniale Idee Webcams zur Pinguin-Beobachtung zu installieren und stellte das ganze Projekt nur durch Spenden auf die Beine. 2004 ging es los und die Kameras gingen online - seitdem schaue ich ihnen oft zu. Ein Pinguin hatte es mir besonders angetan, ich nannte ihn Erwin. Erwin ist besonders intelligent, witzig und flirtet sehr. Er fand eine Freundin und vermehrte sich, ich war wirklich stolz auf ihn. Mal schauen, ob er auch dieses Jahr wieder dabei ist!

Und wo sieht man nun die Pinguine? Na ganz einfach hier!

wortfeilchen

Dienstag, 4. Dezember 2007

Ich bin heilig!

Heute ist mein Namenstag, naja, eigentlich gehört er allen weiblichen Wesen, die Barbara heißen, aber ich kenne außer mir keine, also ist es allein meiner.

Ich kenne die heilige Barbara, passend zum Ruhrgebiet, als Schutzpatronin der Bergleute. Aber sie ist noch mehr: Sie ist eine der vierzehn Nothelfer und Schutzheilige/Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Bauern, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen und Waffenschmiede; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod.. Weiterhin ist sie eine der saligen Frauen, die man auch als Kinder- und Schicksalsfrauen kennt, und stellt die göttliche Muttertrinität dar - eine Menge Jobs für eine Frau.

Historisch gesichert ist sie zwar nicht, aber von der katholischen Kirche als Heilige und Märtyrerin anerkannt.

Die Legende
Barbara von Nikomedien lebte Ende des 3. Jahrhunderts in Kleinasien. Ihr Vater war ein König oder zumindest ziemlich reich. Sie war sehr schön und klug und bei den Männern begehrt, wies aber alle Aspiranten zurück. Sie machte Bekanntschaft mit dem Christentum und nahm auch den christlichen Glauben an. Ihr Vater Dioscuros sperrte Barbara, um sie vor Männern und anderen Dingen wie dem Christentum, zu schützen, in einen Turm, wo sie sich öffentlich zu ihrem Glauben bekannte, was ihren Vater dazu brachte zu versuchen sie mit Gewalt vom Christentum zu bekehren. Keine Chance. Sie ließ als Zeichen der Dreifaltigkeit sogar ein drittes Fenster in den Turm bauen und ließ sich taufen. Zu viel für den Vater, er wollte sie umbringen. Sie floh durch eine Felsspalte, die sich plötzlich vor ihr öffnete. Ein Hirte verriet sie und wurde als Strafe in einen Stein, seine Schafe in Heuschrecken verwandelt. Der Vater fand Barbara, verprügelte sie und brachte sie zum Statthalter Marcianus, der sie zum Tod verurteilte. Sie wurde schwer misshandelt, aber Christus erschien ihr und heilte ihre Wunden. Der Statthalter ließ sie mit Keulen schlagen, schnitt ihr die Brüste ab und folterte sie auch noch mit brennenden Fackeln. Barbara betete. Ein Engel erschien, aber der Vater köpfte Barbara mit dem Schwert, wurde von einem Blitz getroffen und verbrannte. Seitdem steht Barbara als ein Symbol der Wehr- und Standhaftigkeit.

Barbara-Bräuche
Am heutigen Barbara-Tag schneidet man Zweige von einem Obstbaum, vorzugsweise einem Kirschbaum und stellt ihn in lauwarmes Wasser. Meist blüht dieser Zweig dann Weihnachten. Kirschzweige müssen es aber nicht sein, es funktioniert eigentlich mit allen früh blühenden Gehölzen wie Winterjasmin, Zaubernuss, Kornellkirsche, Zierkirsche, japanische Quitte, Goldregen, Ginster, Zierjohannisbeere, Schlehe, Zierpflaume, Mandelbäumen, Forsythie, Weide und Hasel. Manchmal klappt es sogar mit Flieder- oder Apfelbaumzweigen.

Barbara-Bauernregeln
Auf Barbara die Sonne weicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht.
Geht Barbara im Klee, kommt's Christkind im Schnee.
St. Barbara mit Schnee, im nächsten Jahr viel Klee.
Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
Zweige schneiden zu St. Barbara, Blüten sind bis Weihnachten da.

wortfeilchen mit gar nicht so unpassendem Namen

Samstag, 1. Dezember 2007

Monatsnamen - Dezember

Der Dezember ist der zwölfte und letzte Monat des Jahres. Sein Name stammt von der römischen Zahl 10 (= decem), er hat 31 Tage, Weihnachten liegt an und er endet mit Silvester.

Wie schon im Artikel November beschrieben, war er ursprünglich der zehnte Monat des Jahres.

Die germanische Bezeichung für den Dezember ist Julmond, wobei Jul die Wintersonnenwende meint. Jul, das Fest der Wintersonnenwende, wenn die Tage wieder ganz langsam länger werden, ist viel älter als das christliche Weihnachtsfest - auch wenn heute Jul in Skandinvien mit Weihnachten gleichgesetzt wird. Jul ist an sich kein Zeitpunkt, sondern der Zeitraum von 12 Nächten und beginnt in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember. Natürlich konnte im Zuge der Christianisierung kein heidnischer Name einen Monat benennen und so wurde aus Julmond der Dezember.

Im Dezember haben wir den kürzesten Tag des Jahres, während auf der Südhalbkugel zeitgleich der längste Tag ist.

Besonders hübsch finde ich die kaschubische Bezeichnung für Dezember: gòdnik - der Weihnachtsmonat.

wortfeilchen

Donnerstag, 29. November 2007

Schweine lesen nicht!

Da bekomme ich schon mal eine Urlaubskarte von einem lieben Freund und was ist? Ich kann sie nicht lesen, weil der Mann eine Schrift hat, die Jean-François Champollion, dem Entzifferer der ägyptischen Hieroglyphen, ein Strahlen in die Augen gezaubert hätte. Mein Kommentar? Das kann kein Schwein lesen!

Klar, Schweine können in den seltensten Fällen lesen, aber ich frage mich natürlich gleich, woher diese Redewendung überhaupt kommt?

Es hat auf jeden Fall nichts mit dem Tier Schwein zu tun. Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, konnten die wenigsten Menschen lesen. Bildung kostete Geld, das hatte nicht jeder und meist waren Menschen sowieso zu sehr damit beschäftigt zu überleben. Es gab aber außerhalb des Klerus und des Adels doch ein paar Menschen, die das Geld und die Zeit hatten lesen und schreiben zu können.

So z.B. im 17. Jahrhundert bei oder in Lübeck die Familie Swyn. Diese Gelehrtenfamilie las vielen Menschen Schriftstücke vor und verfasste solche auch. War ein Brief oder ein anderer Text so unleserlich, dass selbst die Familie Swyn ihn nicht lesen konnte, sagte man:
Dat kann keen Swyn lesen! Diese Redewendung hat es ins Hochdeutsche geschafft und über Jahrhunderte gehalten.

wortfeilchen

PS: Aber wie kriege ich nun raus, was auf meiner Postkarte steht?

Montag, 26. November 2007

Kannste halten wie nen Dachdecker oder möge die Macht mit mir sein

Das Leistungsvermögen von Menschen und Dingen nennt man Potential oder Potenzial - womit ich genau bei der Crux bin! Was ist denn nun richtig?

Egal, ob Potential oder Potenzial, beides kommt von dem lateinischen potentialis/potentia, was Vermögen, Macht, Kraft und Leistung bedeutet. Beides beschreibt
die Leistungsfähigkeit und ist auch in der Physik das Maß für die Stärke eines Kraftfeldes.

Der Duden kennt beide Schreibweisen, wobei Potential die ältere Version und Potenzial die eingedeutsche Variante und somit lediglich eine zulässige Form des Wortes ist. Die Erklärung dazu lautet, dass verwandte Worte, die auf -z auslauten auch so geschrieben werden können.

Im Klartext: Kannste halten wie ein Dachdecker und machen, wie Du willst.

Beides ist also richtig. Ich bevorzuge Potential, da es etymologisch irgendwie richtiger klingt und aussieht.

Aber wie ist es mit der neuen Rechtschreibung so oft? Was fürchterlich aussieht und erscheint, ist meist richtig ...

wortfeilchen

PS: Potentiell kann auch potenziell geschrieben werden, aber nun bitte nicht potent mit potenz ersetzen.

Samstag, 24. November 2007

Schuld ist nur der Wettermann

Ich bin schuldig. Ich gebe es zu. Ich schaue mir fast täglich den Wetterbericht an. Begeistert und fasziniert. Das ist aber nicht immer so gewesen.

Wetter ist das, was vor der Haustür passiert. So oder so ähnlich sagte es mal Jörg Kachelmann und der ist Schuld an meinen Terminen. Schließlich schaue ich kaum TV. Vorher dachte ich, Wetter sei langweilig und bemerke ich spätestens, wenn ich vor die Tür gehe oder aus dem Fenster schaue, aber nein, Wetter hat Facetten und ist sehr interessant. Also schaue ich mir den Wetterbericht an und bin auch nicht abgeneigt, Dokus über Tornados, Gewitter und ähnliche Dinge zu schauen.

Aber - nun kommt Werbung - es muss Meteomedia sein. Gut, da schwingt vielleicht auch ein wenig Lokalpatriotismus mit, weil die deutsche Meteomedia-Zentrale in Bochum ist und ich mich jedes Mal freue, wenn der Mann aus Bochum in Bochum mit Blick über Bochum das Wetter präsentiert.

Aber es geht noch weiter: Ich mag alle Meteomedia-Wetterpropheten, aber viel lieber ist mir Jörg Kachelmann. Er hat mir neue Welten eröffnet. Mit seinen verwuschelten Haaren, dem schalkhaften Grinsen, dem manchmal spöttischen Augenaufschlag, seiner klaren Sprache und seinem Gefuchtel mit den großen Händen - und besonders mit seinen Aussagen, die auch ich als Laie verstehe. Ich mag es, wie er sich aufregen kann und das auch tut. Ich mag seine süffisante, humorvolle Art. Ich mag es, was er mir beibringt. Er bietet die perfekte Mischung aus Informationen, Unterhaltung und die Frau in mir mag ihn auch noch.

wortfeilchen

PS: Weil ich meinem Lokalpatriotismus und meiner "Schwäche" für Herrn Kachelmann gerne ein Gesicht geben wollte, findet man seit ein paar Wochen das Bochumer Meteomedia-Wetter in meinem Blog. Habe ich mir dafür nicht ein Bier mit Jörg verdient?

PPS: Richtig Sorgen mache ich mir erst, wenn ich eine Wetterstation auf dem Balkon habe ...

Donnerstag, 22. November 2007

Weihnachtsmarkt

Heute geht es in Bochum wieder los. Punkt 17.30h eröffnet die OB den Weihnachtsmarkt. Dann ist kein Durchkommen in der Bochumer Innenstadt und verführerische Düfte ziehen bis zum 23. Dezember um die Häuser. Alltag in deutschen Städten während der Vorweihnachtszeit.

An sich ist unser Weihnachtsmarkt recht angenehm, denn viele traditionelle Stände verkaufen hübsche, kleine Nettig- und Nichtigkeiten. Er ist nicht groß und nicht klein, hat einen hübschen großen Tannenbaum und lärmt nicht allzu sehr. Ein- oder zweimal schlendere auch ich mal drüber und lasse mich, je nach Wetter, zu einer Feuerzangenbowle oder einem Backfisch überreden.

Aber heute eröffnet zeitgleich die Welt der Elektronik: Saturn. Die Bochumer Innenstadt verfügt seit Jahren über kein Elektro-Fachgeschäft und seit Wochen höre ich aus allen Ecken, wer was kaufen will. Auch ich liebäugel mit einer externen Festplatte. Heute tobt in Bochum das Leben, die Parkhäuser und Politessen rotieren. Das Wetter lädt zusätzlich ein, denn die Sonne lacht vom strahlendblauen Himmel und es sind um die 15 Grad. Glühwein wird daher nicht literweise über die Theken gehen, aber Waschmaschinen, IPods und mehr.

Ich werde morgen tapfer nach einer Festplatte schauen - und einen Backfisch essen.

wortfeilchen

Dienstag, 20. November 2007

'Cause you're in Hollywood

Hollywood ist so ziemlich auf der ganzen Welt bekannt, ebenso die weißen, 12 Meter hohen, weit sichtbaren Buchstaben auf den Hügeln von LA, die Hollywood kennzeichnen und die man manchmal vor lauter Abgasen nicht sieht - aber warum heißt Hollywood eigentlich Hollywood?

Eigentlich trägt die Frau des Ortsgründers die Schuld. Daeida Wilcox traf auf einer Zugreise eine Dame, deren Sommersitz Hollywood hieß. Hollywood bedeutet übersetzt Stechpalmenwald. H. Wilcox, ihr Ehemann, und sie planten eine kleine, ordentliche und vor allem alkoholfreie Stadt am Pazifik. Diese Vorstadt des Moloch Los Angeles sollte christlich und frei von Saloons und Glücksspiel sein. Als sie 1887 in Kalifornien ankamen, erinnerte sich Daeida an den hübschen Namen und nannte den Ort Hollywood. Die Ruhe und Sittsamkeit hielt nicht lange an, denn 1911 ging es mit der Filmerei los. Als die Filmindustrie immer mehr Gebiete rund um LA eroberte, war es auch mit der Prohibition vorbei - das "Laster" zog in Hollywood ein.

Die berühmten Buchstaben wurden als Werbekampagne errichtet, sollten neue Bewohner und Firmen anlocken und 1923 lauteten sie noch
Hollywoodland. Nachdem die meisten Buchstaben kaputt gingen, blieb lediglich der Schriftzug Hollywood übrig. Heute ist der Ort lediglich ein Stadtteil von Los Angeles und einer der gefährlichsten dazu.

wortfeilchen

PS: Hier gibt es eine Webcam vom Hollywood Sign.

Donnerstag, 15. November 2007

Eifersucht ist eine Leidenschaft, ...

... die mit Eifer Leiden schafft!

Ich liebe Umfragen. Men´s Health hat wieder eine durchgeführt und ließ das Stuttgarter Institut für Rationelle Psychologie deutschlandweit ca. 4000 Männer zwischen 18 und 40 Jahren zu ihrer Eifersucht befragen. Meine erste Frage lautet, ob Männer über 40 als scheintot gelten und keine Emotionen mehr haben dürfen?

Das Ergebnis der Studie zeigt: Die Eifersucht spricht schwäbisch, denn die eifersüchtigsten Männer wohnen mit 89,3 Prozent in Stuttgart. Es folgt hessisch mit Frankfurt am Main, knapp dahinter das rheinländische Düsseldorf und dann mit München die Bayern. Im Osten Deutschlands ist alles im viel grüneren Bereich, denn der ostdeutsche Mann ist relativ gleichgültig gegenüber Eifersucht.

Glück gehabt! Dem männlichen Pott scheint dieses Gefühl nicht so wichtig zu sein, denn Männer aus Herne sind in Punkto Eifersucht auf dem letzten Platz gelandet - auch wenn ich mir nicht sicher bin, wie repräsentativ diese Studie ist.

Andererseits neigen 70,6 Prozent aller befragten Männer dazu, sich über Nebenbuhler aufzuregen. Warum nur? Ein bisschen Eifersucht ist für jede Frau schmeichelhaft, aber Besitzdenken nervt und treibt in die Flucht!

wortfeilchen

Montag, 12. November 2007

Schema F hat ausgedient!

Genau das sagte jemand gestern privat zu mir. Nicht, dass ich sonderlich nach Schema F lebe oder arbeite, aber schon lag die Frage in der Luft: Woher kommt eigentlich Schema F?

Man geht nach Schema F vor, wenn man etwas nach einer langweiligen, üblichen, undifferenzierten, routinierten, stereotypen Vorgehensweise macht. Es gibt auch Menschen, die alles nach strengen, sehr engen und starren Regeln organisieren.

Dieser Ausdruck stammt, wie so viele Redensarten, vom Militär; genauer gesagt liegt der Ursprung beim preußischen Militär. Hier wurde im 19. Jahrhundert ein Formular eingeführt, in das Soldaten die Stärke der jeweiligen Truppe eintragen mussten. Das Formular hieß Schema Frontrapport (Frontbericht). Dieser Name wurde im Laufe der Zeit zu Schema F.

Die heutige Bedeutung von Schema F passt also zur ursprünglichen, denn bürokratische Handlungen laufen meist - mehr oder weniger sinnvoll - nach Schema F.

wortfeilchen

Freitag, 9. November 2007

Unforgettable

2 Jahre, 24 Monate, 730 Tage, 17.520 Stunden - ewig unvergessen:

Wer liebt wird nie vergessen, wer vergisst hat nie geliebt.
Wer liebt und doch vergessen hat, hat vergessen wie man liebt.

- unbekannt -

wortfeilchen

Mittwoch, 7. November 2007

Lieblingsfilme: Kinder der Natur

Es gibt Filme, die kann man immer wieder sehen; weil sie so gut sind und weil man immer wieder neue Dinge entdeckt. Einer davon ist der isländische Film Kinder der Natur aus dem Jahr 1991.

Thorgeir, ein alter Bauer, der in der Einsamkeit Islands lebt, muss nach dem Tod seiner Frau seinen Hof verlassen, weil er einfach zu alt ist, um den Hof alleine zu bewirtschaften. Er zieht zu seiner Tochter in die Hauptstadt Reykjavík und fühlt sich unwohl in der Hektik und Enge der Etagenwohnung mitten in einem Wohnsilo der Großstadt. Er wird mehr oder weniger in ein Altersheim abgeschoben, wo er in einem Doppelzimmer landet und seiner Jugendliebe Stella begegnet. Beide fühlen sich sehr unwohl in dem reglementierten Heim voller Vorschriften und Einschränkungen und schwelgen in Erinnerungen. Sie beschließen auszusteigen, stehlen einen Jeep und kehren an den Ort ihrer Jugend in den isländischen Westfjorden zurück.

Ein Film über Sehnsucht, Selbstbestimmung, Würde, Ehrlichkeit, Respekt, Toleranz, Naturverbundenheit und viele kleine, aber wichtige Dinge - untermalt von wunderschöner, stimmungsvoller Musik. Eine Bilderreise, in der die Grenzen zwischen Realität, Erinnerungen und übernatürlicher Geschehnisse verwischen.

Ich werde ihn mir garantiert wieder anschauen.

wortfeilchen

Montag, 5. November 2007

Leselust?

Unter dem Motto Leselust kann man bei einem großen Kaffeeröster für 19,99 Euro einen 112seitigen, personalisierten Roman erwerben. Man hat die Auswahl zwischen Liebesroman, Kinderbuch oder Krimi - die verkaufsträchtigen Hauptgenres sind also abgedeckt.

Ich bin ja durchaus versucht mir den Krimi Opfer Nummer Sieben oder den Liebesroman Intrigen um Callaghan Hall mit mir als Hauptdarstellerin zu bestellen. Ich wollte schon immer Einblicke in Scotland Yard haben oder in Cambridge studieren und einen Großgrundbesitzer aus Cornwall kennen. Der Kinderroman Der kleine Zauberschüler erinnert mich in seiner Beschreibung irgendwie an Harry Potter und ich gebe es zu, ich habe nicht einen Band gelesen, also kommt das Buch schon mal gar nicht in Frage.

Ich schwanke hin und her, aber ich bin ja irgendwie anspruchsvoll, nicht nur wenn es um Bücher geht, also warte ich ab, ob sich nicht jemand ein Buch bestellt und mir berichtet.

wortfeilchen

Samstag, 3. November 2007

PS

Nein, keine Pferdestärken, sondern das PS, das Postskriptum oder Postskript, das früher, als wir alle noch schreiben konnten, und es auch taten, unter Briefen und Karten stand. Na gut, auch heute lese ich es erfreulicherweise mal in einer E-Mail und lächel ein bisschen wehmütig.

Wie der Name Postskriptum, abgekürzt PS, bereits sagt, steht es hinter bzw. nach einem Text, denn mehr als nach dem Geschriebenen bedeutet es übersetzt gar nicht. Es wird nie ausgeschrieben, sondern immer durch die beiden Buchstaben PS abgekürzt.

Womit ich schon bei der Crux von PS bin! Auch wenn es, genau wie E-Mail, verdächtig oft falsch geschrieben wird, richtiger macht es die Sache nicht, daher:
PS unter einen Text gepackt, schreibt sich PS:, aber nicht P.S. oder PS.: und auch nicht P.S:.

Der Plural von Postskriptum ist Postskripta, aber nicht Postskripten oder Postskriptums, wobei ich mir bei letzterer Möglichkeit nicht sicher bin, ob wir es nicht bald im Duden finden werden.

Will man mehr als einen Nachsatz hinter einen Text setzen, kann man durchaus ein weiteres Postskriptum anfügen; dazu wird einfach jedem weiteren PS ein P hinzugefügt. Das sollte dann so aussehen:
  • Erstes Postskriptum - PS
  • Zweites Postskriptum - PPS
  • Drittes Postskriptum - PPPS
  • und so weiter ...

wortfeilchen



PS: Die DIN-Normen, die auch das Aussehen und die Gestaltung von Texten, Briefen, Postsendungen und noch vielen anderen Dingen regeln, kennen das
Postskriptum gar nicht; also gibt es keine Regel für die Platzierung eines Postskriptums: Man kann es, auch wenn es dem Namen nicht entspricht, an den Anfang, in die Mitte, rechts oder links von einem Text setzen. Falls sich hier etwas geändert haben sollte, bitte ich um eine kurze Nachricht.

PPS: Der Duden aber kennt das Postskript und auch die korrekte Schreibweise; also bitte nicht denken, was nicht in der deutschen Norm zu finden ist, kann man schreiben, wie man will.

Donnerstag, 1. November 2007

Die Widerspiegelung des Mondes im Wasser

... oder besser gesagt das türkische Wort Yakamoz wurde zum schönsten Wort der Welt gewählt. Hu lu, das chinesische Wort für schnarchen folgt auf Platz 2. Auf Platz 3 landete volongoto, was in der afrikanischen Sprache Luganda unordentlich, chaotisch bedeutet.

Der Wettbewerb wurde vom Institut für Auslandsbeziehungen veranstaltet. Eine dreiköpfige Jury hatte die schwere Aufgabe aus den rund 2500 Einsendungen der etwa 60 Nationen das schönste ABC der Welt auszuwählen. Drei Kriterien musste jedes Wort erfüllen: Originalität, eine gute Erklärung und kulturelle Bedeutung.

Im schönsten ABC landeten aber auch deutsche Worte wie Nuckelpinne, Heilbuttschnittchen und Kladderadatsch.

Das komplette ABC der schönsten Worte der Welt als PDF hier zu finden.

wortfeilchen

Montag, 29. Oktober 2007

Monatsnamen - November

Unsere Monate hatten schon immer Namen, aber nicht immer gab es zwölf Monate. Bei den Römern wurde das Jahr lange lediglich in zehn Monate unterteilt. Bis sie durch astronomische Beobachtungen feststellten, dass ein Jahr aus zwölf Monaten besteht. Julius Cäsar führte daraufhin 153 v.Chr. einen neuen Kalender ein, der auch nach ihm benannt wurde: der Julianische Kalender.

Die zwei neuen Monate waren Januar und Februar und beide wurden, wie die darauf folgenden Monate auch, nach Göttern benannt: Januar - Janus, Februar - Februus, März - Mars, April - Aprillis, Mai - Maja, Juni - Juno, Juli und August - Julius Cäsar Augustus. Da der Januar und Februar an den Anfang des neuen Kalenders gestellt wurden, stimmte die Reihenfolge der Monate und deren Namen nicht mehr. Der September, der siebte Monat, rutschte an die neunte Stelle. Der achte Monat, Oktober, an die zehnte, usw.. Die Frage ist, warum nur die ersten sechs Monate des Jahres nach Göttern benannt wurden, die letzten sechs aber nicht. Gingen den Römern die Götter aus?

Um 800 n.Chr. wollte Kaiser Karl der Große deutsche Monatsnamen einführen, die sich aber nicht durchsetzten. Sie lauteten: Wintarmanoth, Hartung - Januar, Hornung - Februar, Lenzinmanoth - März, Ostarmanoth - April, Wunnimanoth - Mai, Brachmanoth - Juni, Hewimanoth - Juli, Aranmanoth - August, Witumanoth - September, Windumanoth - Oktober, Herbistmanoth - November und Heilagmanoth - Dezember.

Der ursprünglich neunte Monat, der November rutschte an die elfte Stelle, behielt aber dennoch seinen Namen als neunter Monat. Novem lautet die lateinische Bezeichnung für Monat neun.

Der November trägt auch die Beinamen Nebelmonat, Neblung, Windemonat, Windmonat und Wintermonat. Dazu auch hier ein Link.

In Holland wird der November auch Schlachtmonat oder Schlachtemond genannt, da zu dieser Zeit meist geschlachtet wurde, weil das Fleisch durch die niedrigen Temperaturen nicht so schnell verdarb. Auch altdänisch erinnert er daran, der November heißt slagtemåned; ebenso ist es im Altenglischen, dort heißt er Blotmonað bzw. Blótmónaþ.

Wer mehr über Monatsnamen in anderen Sprachen wissen möchte, hier ein Link.

wortfeilchen

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Heigeige? Heigeige!

Eine Freundin hört bereits ihr Leben lang ein Schimpfwort, das ihr Vater und ihre Großtante gerne benutzten bzw. immer noch gebrauchen: Die Heigeige.

Wobei sie nie die wirkliche Bedeutung oder den Ursprung des Wortes kannte. Bis heute:

Die Heigeige ist eigentlich eine Heugeige, österreichischen Ursprungs (dort Haigaign) und bezeichnet an sich ein Gestell, um Heu zu trocknen bzw. eine lange Stange, die das Heu auf dem Wagen hielt. Beide Dinge tragen den Namen Heugeige und ähneln äußerlich einer Geige. In Österreich heißt noch jemand so - der Grashüpfer. Im alltäglichen Sprachgebrauch widerfuhr der Heugeige im Laufe der Jahrhunderte eine Bedeutungswandlung und sie wurde zu einer umgangssprachlichen, scherzhaften Bezeichnung für einen großen, hageren Menschen, ein Schimpfwort. Wobei die Geige nicht geschlechterspezifisch ist und ebenso eine große, dünne Frau, wie ein großen, dünnen Mann meinen kann. Alternativen zur Beschimpfung sind Heuharfe oder Hopfenstange.

Die Heugeige ist auch heute noch als Heigeige in vielen Gegenden Österreichs gebräuchlich und ich frage mich eher, wie sie nach Bochum kam?

wortfeilchen

Montag, 22. Oktober 2007

Lieferung frei Haus ...

... oder wieso bringt der Storch die Kinder?

Genau genommen soll es der Weißstorch mit dem roten Schnabel sein, der die Kinder bringt. Wollten Kinder es ganz genau wissen, wurde ihnen gesagt, dass Meister Adebar (so sein Märchenname) die Kinder aus dem Brunnen holt, der zukünftigen Mutter ins Bein beißt und ihr anschließend das Baby ins Bett legt.
Aufklärung jugendfrei!

Der Hintergrund?
Störche sind liebevolle Eltern, die ihrem Partner ein Leben lang treu bleiben und sich äußerst intensiv um ihren Nachwuchs und auch um alte oder kranke Störche kümmern.
Im alten Rom gab es sogar das Storchengesetz (Lex Ciconaria); ein Gesetz, dass Kinder dazu verpflichtet sich um ihre Eltern zu kümmern. Störche leben oft in der Nähe von Teichen, Seen, Sümpfen und Mooren, wo sich laut Volksglauben die Seelen ungeborener Kinder aufhalten. Sie sind aber auch als Frühlingsboten und Glücksbringer bekannt und werden vielleicht deswegen mit Kindersegen in Verbindung gebracht?

Dann gibt es noch die sogenannten Storchschnabelgewächse, zu denen auch Pelargonien gehören. Viele sind als Heilkräuter bekannt und eine von diesen Pflanzen soll sich, als Tee getrunken, auf den Hormonspiegel auswirken und so die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen.

wortfeilchen

PS: Bei mir war es übrigens ganz anders. Mein Vater fragte sich als Kind natürlich auch, woher die Kinder kommen und fragte dummerweise seine Mutter. Die verwies ihn auf einen Teich in der Nähe, wo mein Vater daraufhin stundenlang am Ufer saß und auf Babys warte. Da er sich im Nachhinein über seine Leichtgläubigkeit ärgerte, verpasste er mir diese Geschichte natürlich auch, ergo kommen Kinder aus dem Poggeteich, nicht vom Storch.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Effizient und effektiv ...

... oder wo ist der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität?

Etwas, das effektiv ist, ist noch lange nicht effizient: Bei der Effektivität geht es um den Nutzen, also schlicht um das Ergebnis. Bei Effizienz um mehr, nämlich das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen.

Ein Beispiel?

Ich könnte in einer Stunde drei Texte schreiben, habe also viel geleistet und bin effektiv. Schreibe ich in einer Stunde aber nur einen Text, ist dieser Text garantiert fehlerfrei und perfekt ausgearbeitet, ich arbeite also effizient.
Natürlich ist es für mein Konto besser ganz viele Texte zu schreiben, weil ich dann in kurzer Zeit viel Geld verdiene, aber die Qualität bleibt auf der Strecke. Kurzfristig erscheint Effektivität sicherlich als vorteilhafter, denn die Masse bringt´s; aber Effizienz ist die klügere Wahl, da fehlerfreie Texte, die rund klingen, Kunden und mir garantiert
besser gefallen und mehr Erfolg bringen.

Noch eins?

Ein anderer Fall ist einkaufen. Ich gehe nicht gerne einkaufen, außer Bücher jagen und auf Wochenmärkte, also schreibe ich mir vorher einen Zettel und düse durch den Supermarkt. Das geht schnell und ist effektiv. Noch vorteilhafter ist es, den Einkaufszettel so zu schreiben wie der Supermarkt aufgebaut ist, denn dann laufe ich wirklich nur einmal durch und nicht hin und her oder vor und zurück. Damit ich aber morgen nicht wieder einkaufen muss, plane ich alles, was ich kaufen will bzw. muss, klapper strategisch alle Läden ab, wo ich etwas brauche wiederum strategisch ab und habe ein paar Tage Ruhe. Das geht auch schnell, spart aber noch mehr Zeit und Aufwand und ist somit effizient.

Also sollte man gründlich abschätzen, ob man lieber effektiv oder effizient sein mag und vor allem überlegen, welches Wort man nutzt.

wortfeilchen

Dienstag, 16. Oktober 2007

Wie bin ich ....

.... oder welcher Persönlichkeitstyp bin ich nach dem Test von Egoload?

Ich bin eine harmoniebedürftige Idealistin:

Der harmoniebedürftige Idealist zeichnet sich durch eine komplexe Persönlichkeit und ein reichhaltiges Innenleben aus. Er ist von Natur aus warmherzig, Anteil nehmend und einfühlsam. An sich und andere stellt er hohe Erwartungen. Für seine Mitmenschen hat er ein gutes Gespür und ist oft ein sehr guter Menschenkenner. Meistens ist er jedoch zurückhaltend und vertraut seine Gedanken und Gefühle nur wenigen Menschen an, denen er vertraut. Ablehnung oder Kritik verletzt ihn tief. Konfliktsituationen sind ihm unangenehm, er bevorzugt harmonische Beziehungen. Wenn ihm ein Ziel aber wirklich wichtig ist, kann er es mit an Sturheit grenzender Beharrlichkeit auch gegen Widerstände durchsetzen.

Dieser Persönlichkeitstypus besitzt eine lebhafte Fantasie, manchmal eine nahezu hellsichtige Intuition und ist häufig sehr kreativ. Hat er ein Projekt erst einmal in Angriff genommen, setzt er alles daran, seine Ziele zu erreichen. Im Alltag erweist er sich oft als ausgezeichneter Problemlöser. Er möchte den Dingen auf den Grund gehen und besitzt eine natürliche Neugier und einen großen Wissensdurst. Gleichzeitig ist er aber sehr praktisch orientiert, gut organisiert und in der Lage, auch komplexe Situationen strukturiert und überlegt in Angriff zu nehmen. Wenn er sich auf eine Sache konzentriert, tut er dies zu 100% - gelegentlich versinkt er so in seiner Aufgabe, dass er alles andere um sich herum vergisst. Das ist das Geheimnis seines oft großen beruflichen Erfolgs.

Als Partner ist der harmoniebedürftige Idealist loyal und beständig; eine dauerhafte Beziehung ist ihm sehr wichtig. Sich Hals über Kopf zu verlieben, ist allerdings nicht seine Sache, ebenso wenig wie schnelle Abenteuer. Manchmal tut er sich ein bisschen schwer, seine Zuneigung deutlich zu zeigen, obwohl seine Gefühle tief und echt sind. In puncto Freundeskreis lautet sein Motto: weniger ist mehr! Neuen Kontakten gegenüber ist er nur begrenzt aufgeschlossen, lieber investiert er seine Energie in wenige und enge Freundschaften. Seine Ansprüche an Freunde und Partner sind sehr hoch. Da er Konflikte scheut, zögert er lange, etwaige Unzufriedenheiten zur Sprache zu bringen, und wenn er es tut, ist er sehr bestrebt, niemanden dadurch zu verletzen.

Folgende Adjektive passen zu deinem Typ: introvertiert, theoretisch, gefühlsbetont, planend, idealistisch, harmoniebedürftig, einfühlsam, friedliebend, empfindsam, ruhig, mitfühlend, gewissenhaft, beharrlich, kompliziert, unauffällig, warmherzig, komplex, fantasievoll, inspirierend, hilfsbereit, anspruchsvoll, kommunikativ, zurückhaltend, empfindlich, verletzlich.

Es könnte schlimmer sein, oder?

wortfeilchen

Montag, 15. Oktober 2007

Ich fress kein Papier ...

... oder woher kommt die Redensart kein Blatt vor den Mund nehmen?

Jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt, spricht Dinge offen, direkt und unbeschönigt aus. Es gibt zwei Möglichkeiten, woher diese Redewendung kommt:

Als die Gummistiefel noch aus Holz waren, gab es kein Fernsehen, kein Radio und schon gar nicht Internet. Man musste sich persönlich unterhalten, um an die neusten Gerüchte und Informationen zu kommen. Darum ging man auch ins Theater. Auf der Bühne konnte man seine Meinung sagen, aber nicht jede Bühne hatte genug Geld, um sich teure Kostüme und Masken zu leisten. Dennoch wollte man ungestraft auch ungehörige Dinge sagen, auf die möglicherweise eine Strafe stand. Denn damals waren die Sitten und Gesetze viel strenger und so manche Aussage galt als anstößig, weil sie obzön oder politisch nicht korrekt war. Die Schauspieler hielten sich Blätter vor den Mund, unterschieden sich so von anderen Akteuren, niemand konnte sie erkennen und wegen ihrer deutlichen Worte zur Rechenschaft ziehen.

Die andere Möglichkeit stammt aus dem kirchlichen Bereich; möglicherweise sogar aus der Bibel. Wiederum erfuhr man die neusten Gerüchte nicht aus den Medien, weil es diese nicht gab. Anständige Menschen gingen nicht ins Theater, aber in die Kirche. Hier hielt man sich ebenfalls ein Blatt vor den Mund, um in Ruhe und unbemerkt mit seinem Nachbarn über Dinge zu unterhalten, die für Ohren anderer nicht bestimmt waren.

Der Bereich gibt aber noch mehr her. Eine weitere Erklärungsmöglichkeit findet man hier.

wortfeilchen

Samstag, 13. Oktober 2007

Besonders

Was ist besonders?

Ich habe nachgedacht. Jemanden als besonders zu bezeichnen kann sehr positiv, aufwertend, fast schon auszeichnend sein. Dieser Mensch ist ganz speziell und einmalig.

Der Aussage ich bin besonders haftet schon eine anmaßende Arroganz an, die sehr oft die eigenen Selbstzweifel zeigt und daher meist eher nach Bestätigung schreit.

Im Lexikon habe ich dies gefunden:
be|son|ders [Adv. ] 1 getrennt von anderen, gesondert, für sich; einige Ausstellungsstücke sind b. aufgestellt; das muss ich mir b. hinlegen, hinstellen, sonst vergesse ich es; diese Frage muss noch b. besprochen werden 2 [Abk.: bes.] vor allem, hauptsächlich; b. darüber habe ich mich sehr gefreut; darüber habe ich mich (ganz) b. gefreut; die Reise war b. für das Kind sehr anstrengend; ich möchte b. betonen, dass … 3 außerordentlich, in hohem Maße; b. gut, schön, schwierig

Nummer 3 zeigt deutlich, dass die Bedeutung variiert: Mag man jemanden, sagt man, Du bist für mich ganz besonders. Mag man jemanden nicht, kann man es auch sagen, meint aber wahrscheinlich eher, Du bist anstrengend, schwierig, unmöglich ...

Daher habe ich mich mal nach Synonymen für besonders umgeschaut und habe viele gefunden:
speziell, eigen, egozentrisch, enorm, extrem, außerordentlich, reizvoll, aphrodisierend, apart, aufregend, anregend, abnorm, bizarr, eigenartig, sonderlich, irrational, ausgefallen, außergewöhnlich, extraordinär, durchgeknallt, abgefuckt, idiotisch, megascheiße, plemplem, supi, nicht so gut, doof, schlecht, mist ...

Was ist besonders? Liebe ist besonders, denn sie ist besonders schwer zu finden, aber ansonsten?

wortfeilchen

PS: Wenn jemand etwas zur Etymologie des Wortes besonders weiß, bitte melden. Interessiert mich sehr!

Dienstag, 9. Oktober 2007

Kreativ-Box 2

Ich habe Glück gehabt und bekomme ein Kistchen - und werde sicher berichten,
  • ob ich mir vor Verzweiflung die Haare zu Berge stehen.
  • ob ich vor Wut vor Türrahmen trete.
  • ob ich mein Gehirn in Frage stelle.
  • ob ich erfolgreich und überheblich grinse.
Ich bin neugierig und freue mich.

wortfeilchen

Kreativ-Box

Ich bin latent neugierig und liebe Herausforderungen und Rätsel. Kreativ bin ich auch sehr gerne und alles, was Kreativität anregt, finde ich richtig gut! Da kommt mir der Tipp von Klaus Handner sehr gelegen!

Kirstin Nickelsen ist auf eine Box gestoßen, die 10 Aufgaben und 3 Gegenstände beinhaltet, die mein Gehirn an ungeahnte Grenzen bringen könnten. Hier der Link zur Maschinistin für Wirtschafts- und Teammediation.

Daher hier meine Bewerbung:
Ich will! Ich habe keine Angst zu versagen.

wortfeilchen

Sonntag, 7. Oktober 2007

Dreifachvokale

Triphthonge sind Dreifachlaute, die aus drei Vokallauten bestehen. Drei nebeneinander stehende, ineinander übergehende vokalische Laute, die zusammen eine Silbe bilden und auch als eine gesprochen werden. Miau oder das französische Wort ouaille (Schaf) sind Beispiele dafür.

Dreifachvokale sind keine reinen Triphthonge, da es sich um eine Zusammensetzung von Silben handelt, die einzeln gesprochen werden.

Im Gegensatz zur alten Rechtschreibung gibt es aber in der neuen Rechtschreibung die Vorgabe, dass drei aufeinanderfolgende Vokale zwar nicht wie einer gesprochen, aber hintereinander geschrieben werden.

Beispiele sind:
  • Kaffeeersatz
  • Seeelefant
  • Schneeeule
  • Teeei
  • Hawaiiinsel

Sieht ähnlich merkwürdig wie Dreifachkonsonanten aus, ist aber richtig.

wortfeilchen

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Dreifachkonsonanten

Ja! Laut neuer Rechtschreibung bin ich nicht nur selbstständig (und meine Hände zittern immens, während ich das -st zweimal tippe), es existieren auch einige Dreifachkonsonanten, die nicht nur komisch aussehen, sondern für mich auch merkwürdig aussehen.

Hier ein paar Beispiele:
  • Schlammmassen
  • Stofffülle
  • Flanelllappen
  • Flusssand
  • Delikatesssenf
  • Messskala
  • Nussschale
  • Genusssucht
  • Fitnessstudio
  • Bissspuren
  • Schlussstrich

wortfeilchen

Sonntag, 30. September 2007

Wo habe ich den Faden gelassen?

Den Faden verlieren - mitten im Gespräch schweifen die Gedanken ab, man hält inne und weiß nicht weiter. Klar, kennen wir alle, aber woher kommt die Redensart?

Aus Griechenland! Wie? Ja, aus einer griechischen Sage. Im Labyrinth der Insel Knossos lebte der Minotaurus - halb Mensch, halb Stier. Theseus erhielt von König Minos den Auftrag dieses Wesen zu töten. Die Tochter des Königs und kretische Fruchtbarkeitsgöttin Ariadne gab Theseus ein Knäuel rotes Garn. Ein Ende sollte er am Eingang des Labyrinths befestigen, das Knäuel auf seinem Weg abrollen, den Minotaurus töten und mit Hilfe des roten Fadens wieder den Ausgang finden. Eben: Wenn er den Faden nicht verliert, ist er gerettet.
Hat geklappt!

wortfeilchen

Donnerstag, 27. September 2007

Verständnisprobleme

Irgend etwas läuft schief.

An sich dachte ich immer, dass ich Männer prinzipiell verstehe. Stimmt aber nicht. Sie sind mir ein Rätsel. (Ein Rätsel, dass mich selten dazu verlockt, es zu lösen.) Sie haben vielfach Dinge an sich, die mich einfach nur zutiefst erschrecken oder verwundern. Ganz interessant finde ich sie, wenn Damen um sie herum sind - balzende Gockel mit Territorialverhalten sind nichts dagegen.

Manche meinen oft, Männer seien lediglich einfach. Vielleicht ist da der Haken: Ich kann eventuell nicht so einfach denken oder will es auch nicht.

Andererseits: Versetze ich mich ausnahmsweise in ihre scheinbar reduzierte Gedankenwelt, klappt es halbwegs und ich verstehe sie mehr oder weniger, aber will ich das überhaupt? Es könnte ja durchaus auch andersrum versucht werden.

Frauen verstehe ich besser, aber auch nicht immer. Sie sind mir oft viel zu kompliziert und ebenso anstrengend wie Männer. Dazu kommt dann die Stutenbissigkeit, die ich auch nicht mag und teile. Konkurrenzdenken ist einfach nicht meine Welt. Und auch hier kann man immer wieder Veränderungen im Verhalten bemerken - sobald ein balzender Truthahn die Henne umkreist.

Es kann auch nicht am Alter liegen, denn es ist bewiesen, dass ich immer entspannter und einfacher werde - dennoch: Ich verstehe sie nicht. Spinnen die anderen? Werden sie im Alter einfach komischer?

Was heißt das für mich?

Ich bin anscheinend ein Mischwesen. Äußerlich eindeutig voll weiblich, innerlich was-auch-immer. Vielleicht bin ich nur nicht von hier und sollte ganz schnell nach Hause telefonieren? Oder doch einfach Eremitin im erträumten Leuchtturm in der nordischen Pampa werden? Möglichkeiten gibt es viele ...

wortfeilchen

PS: Und ja, es gibt Ausnahmen. Es gibt sie wirklich: Die unkomplizierten, interessanten und humorvollen Menschen, die sich weder auf dem Rücken anderer profilieren müssen, noch übertrieben egozentrisch sind. Ui!

Mittwoch, 26. September 2007

Relaunch

Ja, es ist soweit! Ich habe lange darauf gewartet und bin nun ganz aufgeregt: Die offizielle Webseite von Wortfeiler hat ihren Relaunch!

Sie wurde aufgepeppt, ist eleganter, strahlender, Fehler wurden entfernt und ist nun bereit für Ansturm, Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge - wenn es denn sein muss.;-)

Looos, anschauen: Wortfeiler

wortfeilchen

PS: Danke an Jasmin und mich für die perfekte Zusammenarbeit und das prachtvolle Ergebnis.

Dienstag, 25. September 2007

Smilie - Nachtrag

Danke und lieben Gruß an Marcus:

Der Mann mit Pornobalken oder wie wir im Pott sagen, Mann mit Rotzbremse:

:=)

wortfeilchen

Sonntag, 23. September 2007

25 Jahre :-)

Unsere Kommunikationsmöglichkeiten haben sich durch Handy, Computer und Internet sehr verändert und erweitert. Aber Schriftsprache hat einen Nachteil - man kann nie einschätzen wie das Gegenüber seine Aussagen meint, denn Emotionen und Humor sind schriftlich leider nicht erkennbar

Der Informatikprofessor Scott Elliot Fahlman hatte eine Idee und schickte am 19. September 1982 um 11.44 Uhr eine Online-Nachricht, in der er das wahrscheinlich am häufigsten verwendete Emoticon veröffentlichte: :-) war geboren! Und die Gebrauchsanweisung schickte er hinterher: Ihr müsst es seitlich lesen.

Die Aneinanderreihung von Sonderzeichen fand über andere Universitäten und Firmen Einzug in den Alltag und landete schließlich überall.

Ob Fahlman wirklich Emoticons (emotional icons) erfand, ist nicht bewiesen, aber es gibt auch keine Beweise für das Gegenteil. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich dieses Phänomen entwickelt hat, sagte Fahlman. Schließlich habe er die kleine Botschaft in lediglich zehn Minuten entworfen. Ich frage mich manchmal, wie viele Millionen Menschen in den 25 Jahren diese Zeichen getippt haben und wie viele ihren Kopf geneigt haben, um den Smiley zu sehen.

Weil ich diese niedlichen Zeichen natürlich auch nutze, aber nicht alle kenne, hier die wichtigsten und ihre Bedeutung:

:-) lachendes Gesicht
:-( trauriges Gesicht
;-) Augenzwinkern
:-D lautes Lachen
:-P Zunge rausstrecken
:-X Küsschen geben
:-/ skeptisch
:'-( weinen
:-* verliebt küssen

wortfeilchen

Donnerstag, 20. September 2007

Werbedenglisch ...

... meine Lieblingsbegriffe aus der Werbung:

KISS: Keep it simple and stupid - eine sehr wichtige Grundregel für alle Texter.

AIDA -
so funktioniert Werbung:
A: Aufmerksamkeit/Attention mit einer Überschrift, einem Foto oder ähnlichem erregen.
I: Interest/Interesse für das Angebot wecken-
D: Desire, den Wunsch dieses Angebot zu nutzen, dieses Produkt haben zu wollen-
A: Action/Handeln. Eine abschließende Aufforderung das Angebot oder Produkt zu bekommen.

Anapher: Die Wiederholung eines Wortes zu Beginn aufeinanderfolgender Wortgruppen: Wollt Ihr das lesen? Wollt Ihr das wirklich wissen? Wollen wir das so machen?

Flattersatz: Ein Text mit unregelmäßig langen Zeilen, der Gegensatz zum Blocksatz und genauso furchtbar anzusehen.

Neologismen: Sprachliche Neubildungen von Worten.

Piggy Back: Der Schweinehintern, d.h. eine Werbebeilage, die einer Rechnung oder Werbesendung beigefügt ist.

Scratch'n Sniffin: Wir kennen sie alle, diese kleinen Werbemittel, die mit Duftstoffen behandelt sind. Reibt man über eine Fläche werden diese Duftstoffe freigesetzt.

Pay-off: Der Abschluss einer Werbung, in dem das Wichtigste noch einmal einprägsam zusammengefasst wird. Eben Zahltag!

Versalien sind Großbuchstaben, die einprägsam irgendwo prangen und einfach ein schönes Wort.

wortfeilchen

Dienstag, 18. September 2007

Danke ...

... für einen Vater, Freund, Lehrer, Kumpel, Mentor, Vertrauten, Anker, Querdenker, Spaßvogel, Streithammel, Partner, Mutmacher, Verzeiher, Krieger, Frager, Denker, Lachenden, Direkten, Liebevollen, Drill-Instructor, Klugen, Weisen, Kümmerer, Belesenen, Handwerker, Kritiker, Naturliebhaber, Kämpfer, Genießer, Pazifisten ...

Nichts ist für die Ewigkeit, aber die Liebe ist der Sinn der Ewigkeit.
Tata

Man soll über die Liebe nicht sprechen, sondern aus Liebe handeln, in Liebe leben.
Shrî Ramakrishna


wortfeilchen

Montag, 17. September 2007

Unnützes Wissen, die Zweite

Der norwegische Arzt Dr. Arvid Vatle fand in einer Studie heraus, dass leere Tomatensoßen-Gläser die beliebtesten Gefäße für Urinproben sind. Die meisten Patienten benutzen diese Gläser, um ihren Urin zu Testzwecken beim Arzt abzugeben.

Tja, da fragt man sich, ob es nicht schlicht eine verwegene und absolut schlaue Marketingstrategie der Tomatensoßen-Hersteller ist oder der Arzt einfach Langeweile hat?!

wortfeilchen

Freitag, 14. September 2007

Reich´ mir doch mal das Wasser!

Ist jemand im Vergleich zu einem Anderen nicht so gut, kann er ihm das Wasser nicht reichen, aber wieso?

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, also im Mittelalter, gab es noch kein Besteck. Man aß mit den Fingern, wer ein bisschen reicher war, besaß schon mal ein Messer, manchmal auch einen Löffel, Gabeln waren unbekannt. Nunja, Mistgabeln und ähnliches war schon bekannt.

Damals wurde auch nicht so wirklich auf Kalorien geachtet, ergo tropfte das Fett nur so von den Fingern und der Adel verlangte nach Säuberung selbiger. Daher reichten Diener immer wieder kleine Schälchen mit Wasser, in denen sich die Herrschaften ihre Finger säubern konnten.

Selbst bei dieser niedrigen Tätigkeit gab es Unterschiede in der Hierachie, denn nicht jeder beliebige Diener durfte den Damen und Herren das Wasser reichen. Manche standen so tief in dieser Ordnung, dass sie den Herrschaften nicht einmal das Wasser reichen durften. Und schon sind wir beim der uns bekannten Redewendung gelandet.

Der Engländer kennt eine ähnliche Redewendung, dort ist jemand not fit to hold a candle to someone. Im Ruhrpott drückt man sich nicht so fein aus und sagt einfach: Du bist zu doof, um ein Loch in den Schnee zu pissen.

wortfeilchen

Mittwoch, 12. September 2007

Gedanke zum Mittwoch

Das Geheimnis zu langweilen besteht darin, alles zu sagen.

- Voltaire -


wortfeilchen, einfach mal ruhig

Montag, 10. September 2007

Ausgewanderte Worte ...

... oder welche deutschen Worte auf bzw. in der Welt Anwendung finden:

Wir alle nutzen tagtäglich Anglizismen: Wir mailen, downloaden, googeln und mehr, aber wie sieht es andersrum aus? Welche deutschen Wörter haben sich in anderen Ländern eingebürgert?

Beispiele gefällig?

In England und Australien heißen Gebiete im Landesinneren auch heute noch Hinterland.

Das Wort Doppelgänger findet man tatsächlich im neusten Harry-Potter-Roman.

In Italien sagt man Achtung, wenn man Leute vor etwas warnen will.

Eine Abwandlung des deutschen Wortes fertig landete im Türkischen. Das Abfahrtskommando heißt dort, ebenso wie der Zugbegleiter, fertik.

Unser Kindergarten hat auf der ganzen Welt Anklang gefunden.

Will ein Amerikaner als besonders fein gelten, sagt er nicht bless you wie allgemein üblich, sondern Gesundheit!

Der Däne kennt habengut für alle Dinge, die er besitzt und tragen kann, also sein Hab und Gut.

Im anglo-amerikanischen und brasilianischen Raum hat sich der Poltergeist durchgesetzt.

Schnaps gibt es überall, er heißt zwar manchmal Snaps, aber Schnaps bleibt Schnaps.

Der deutsche Weltschmerz ist in seiner Melancholie unübersetzbar und somit weltweit einzigartig.

wortfeilchen

Samstag, 8. September 2007

Der Tag der deutschen Sprache

Heute ist er, der Tag der deutschen Sprache. Es gibt ihn, seit er 2001 vom Verein Deutsche Sprache e.V. ins Leben gerufen wurde. Er findet jedes Jahr am zweiten Samstag im September statt und hat auch eine bzw. mehrere Botschaften:

  • soll ein Sprachbewußtsein schaffen und festigen, das den unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern eindämmt bzw. verhindert;
  • soll bei allen Bürgern unseres Landes den Sinn für die Schönheit und Ausdruckskraft der deutschen Sprache wecken;
  • soll der kulturellen Selbstvergessenheit entgegenwirken;
  • soll die Wichtigkeit guter muttersprachlicher Kenntnisse für die Herausforderungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit hervorheben;
  • soll den Willen verstärken, gutes und verständliches Deutsch in Wort und Schrift zu gebrauchen;
  • soll bewirken, daß wir unsere eigene Sprache schätzen, nur dann wird sie im Ausland ernstgenommen;
  • soll an die Gleichwertigkeit aller Sprachen erinnern;
  • soll ein partnerschaftliches Band zwischen den Freunden der deutschen Sprache im In- und Ausland knüpfen;
  • soll zum Nachdenken und zum persönlichen und öffentlichen Meinungsaustausch über die deutsche Sprache anregen.
(Quelle: Verein Deutsche Sprache e.V.)

Und weil es für alles Abkürzungen gibt, heißt dieser Tag auch total fett TdS.

Ich frage mich, ob wir wirklichen einen solchen Tag brauchen? Aber ein Gang durch die Straßen meiner Stadt zeigt mir oft das Gegenteil; ebenso ein Blick in die Weiten des Internets - beides animiert mich häufig dazu den Duden lauthals zu deklamieren oder zumindest leise kleine Worte in mich zu grummeln.

Also, looooos: sprechen wir, üben wir, schreiben wir!

Einmal deutsch bitte!


wortfeilchen

Donnerstag, 6. September 2007

Komma bei mich bei, die Siebte.

Begrüßungen im Pott:

Wie isset?/Na, wie isset? Standardantwort: Muss. Und selbs?

Alternative: Tach auch. Wie isset? Muss ja. Und selbs? Hauptsache.

Tach! = guten Tag!

Alternative: Tach ey!

Hömma geht immer, um ein Gespräch zu beginnen.

Samma = sag mal, und ebenfalls immer sehr gut, um ein Gespräch zu beginnen.

Mahlzeit! Geht auch immer, selbst mitten in der Nacht.

Wie geht?

Wat is?

Wat machsse?/ Wat machen ...?

Wat gibt Neues?/Gibt was?

Na, wo gehsse?

Verabschiedungen im Pott:

Hau rein!

Mach fertig!

Mach gut!

Tschüsskes!

Machet gut!

Gib Stoff!

Lass knacken!

Schüssikowski!

Lottiwatgotgon!

Ich muss! Manchmal auch: Ich muss! Schüsskes!

Unfreundliche Verabschiedungen:

Putz den Fisch!

Schieß inne Melle!

Mach Abfluch!

Zieh ab!

Mach Dich wech!

wortfeilchen

PS: Einen ganz besonders lieben Geburstagsgruß für Marcus nach Düsseldorf schicke!

Dienstag, 4. September 2007

Wien und wienern?

Heute einmal ein Auftragsblog zum Thema wienern:

Jemanden eine wienern bedeutet umgangssprachlich jemandem eine Ohrfeige zu verpassen. Die andere Bedeutung ist polieren, putzen, bohnern und (ein-)wachsen.

Woher kommt wienern?

Wahrscheinlich ist das Wort aus den Kasernen in die alltägliche Sprache gedrungen. Soldaten, die etwas ausgefressen haben, wurden als Strafarbeit zum Putzen verdonnert.

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, war Wiener Kalk ein beliebtes, rein natürliches Scheuermittel. Es hat nur den Nachteil, dass es viel Kraft- und Zeitaufwand braucht, um Dinge damit zu säubern, somit war es wirklich eine Strafarbeit, die den Beinamen wienern bekam.

wortfeilchen

Sonntag, 2. September 2007

Wochentage: Sonntag

Unsere Bezeichnung Sonntag stammt vom lateinischen dies solis, dem Tag der Sonne. Die wörtliche Übersetzung dieses Sonnentages lautet althochdeutsch sunnûntac und mittelhochdeutsch suntac.

Bereits im 4. Jahrhundert wurde diese heidnische Form im Mittelmeerraum durch den christlichen dies dominica, den Tag des Herrn, verdrängt.

Die romanischen Sprachen übernahmen den Tag des Herrn: französisch dimanche, italienisch domingo. Lediglich in den germanischen Sprachen blieb der vorchristliche Tag der Sonne bestehen. Unsere niederländischen Nachbarn haben den zondag, einmal über den Kanal findet man den sunday.

Auch bei uns wurde versucht, diesen heidnischen Namen zu verbannen. Der althochdeutsche frôntac, Herrentag, ist belegt, hat sich aber ebenso wenig, wie der Tag der Herrn durchgesetzt.

wortfeilchen

Donnerstag, 30. August 2007

ss oder ß?

Privat und auch beruflich werde ich immer wieder gefragt, wann ss und wann ß genutzt wird. Der Versuch, die "neue" Rechtschreibung in unsere Köpfe zu bekommen, ging voll daneben. Da aber seit bald vier Wochen eben diese Rechtschreibung Pflicht ist, hier ein kleine Anleitung, wo ss und ß hinkommen:

Nach einem kurzen Vokal steht ss: Schloss, Fass, Fluss, Missverständnis, Pass, nass, Russland und eben auch dass, denn daß gibt es gar nicht mehr.

Einem langen Vokal folgt grundsätzlich ein ß: groß, weiß, Floß, Spaß, Grüße, schließlich, Fuß, gießen, fließen.

Hinter Diphthongen (Doppellauten) wie au, äu, eu und ei kommt auch ss, denn diese gelten als lange Vokale und werden ebenso behandelt: scheußlich, außer, reißen, draußen, Schweiß.

Ausnahme ist lediglich die Versalienschreibung, denn, wenn alles groß geschrieben wird, gibt es nur das doppelte s und kein ß. Der Joghurt, als Markenname groß geschrieben, heißt also: DER GROSSE BAUER!

wortfeilchen

Dienstag, 28. August 2007

Ein "unperfektes" Xing-Treffen ...

... oder Einladung ins Unperfekthaus.

Was?
Xing-Treffen der Gruppe Rhein-Ruhr

Wann?
Mittwoch, 26.09.2007, 19-23h

Wo?
Auf dem Sonnendeck im Unperfekthaus – Die Oase in der Stadt Essen, Friedrich-Ebert-Str. 18, 45127 Essen-City

Hier ist es ziemlich bunt, etwas schräg und auf jeden Fall kreativ. Die Getränke werden nicht von livrierten Kellnern serviert, man bedient sich selbst, und die hier ansässigen Firmen bieten keine Rechts- oder Managementberatung, sondern schrille Modeaccessoires, farbenfrohe Stadtpanoramen oder großformatige Rauminstallationen.

Mitten in Essen findet man in einem alten Kloster einen der faszinierendsten Orte der Stadt: das Unperfekthaus. Auf 3.500 Quadratmetern und sechs Etagen finden sich Künstler aller Bereiche: Theaterleute, Musiker, Maler und Bildhauer. Insgesamt über 200 kreative Köpfe, arbeiten hier, tauschen sich aus - und lassen sich dabei gerne über die Schulter schauen. Es gibt Bühnen, Werkstätten, Ateliers, große und kleine Räume für alle Zwecke, alle technisch perfekt ausgestattet.

Wir treffen uns auf dem Sonnendeck, einem Wintergarten mit großer Dachterrasse und beeindruckender Aussicht auf die Stadt Essen.

Der Initiator und Inhaber des Unperfekthaus, Reinhard Wiesemann, wird uns persönlich begrüßen und eine Führung durch das Haus anbieten. Natürlich könnt Ihr auch eine eigene Entdeckungstour unternehmen.

Ihr zahlt pauschal 5,50 € Eintritt & Getränke-Flatrate. Dafür könnt Ihr beliebig viel Nichtalkoholisches trinken. Betrachtet diesen Betrag bitte nicht nur als Eintritt, sondern als Beitrag zur Unterstützung aller Projekte, die im Unperfekthaus laufen. Alkoholische Getränke, wie Bier und Wein, kosten 1,50 € pro Getränk. Die kulinarischen Genüsse des UPH werden allseits gerühmt. Ihr habt die Auswahl zwischen „normalen“, Vollwert- und vegetarischen Gerichten.

Viele weitere Informationen über das Unperfekthaus findet Ihr hier.

Wer kommen möchte, einfach hier klicken!

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Samstag, 25. August 2007

Wochentage: Samstag

Den Samstag gibt es regional unter zwei verschiedenen Namen: Samstag oder Sonnabend; wobei die Bezeichnung Samstag die ältere und gebräuchlichere ist, während der Sonnabend in Gesetzestexten und einzelnen Regionen Deutschlands benutzt wird.

Der Samstag hat auch einen Bezug zum Latein, denn er stammt von dies Saturni, dem Tag des Saturn, der bei uns allerdings verloren ging. Die englische und niederländische Sprache erinnern mit Saturday und Zaterdag an den Gott Saturn.

Der deutsche Samstag kommt woanders her: Das althochdeutsche Wort für den Samstag sambaztac geht auf die gotische Bezeichnung des 6. Tages zurück. Die vulgärgriechische Form des Samstag geht auf den hebräischen Schabbat zurück und nahm von dort den Weg über die Goten zu uns. Dies merkt man auch in anderen Sprachen, so französisch samedi, italienisch sabato oder spanisch sábado.

Der Sonnabend bezeichnet ebenfalls den Vortag des Sonntag, meint aber ursprünglich den Abend vorm Sonntag und nicht den gesamten Tag. Ein Ansatz besagt, dass während der Missionierung Deutschlands die Erinnerung an heidnische Götter, mal wieder, vermieden werden sollte und Saturn daher nicht als Namensgeber in Frage kam. Über den sehr erfolgreichen Missionar Bonifatius soll die Bezeichnung Sonnabend ins Althochdeutsche gekommen sein, denn altenglisch/angelsächsisch sunnanæfen und althochdeutsch sunnunaband bezeichnen den Tag vor dem wichtigsten Tag der christlichen Woche, dem Sonntag.

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Mittwoch, 22. August 2007

Beleidigte Leberwurst ...

Damals, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, galt die Leber als Sitz der Gefühle, Lebenssäfte und Temperamente des Menschen. Selbst Ärzte gingen im Mittelalter davon aus, dass hier Trauer, Wut, Liebe und Zorn seien. Ärgerte sich Mensch, oder brachte seine Leber durch andere Emotionen aus dem Gleichgewicht, beleidigte er seine Leber. Will man diesen gestauten Groll loswerden, hilft es nur, frei/frisch von der Leber weg zu sprechen. Somit ist eine weitere Redewendung geklärt.

Soweit zur Leber, aber wie kommt die Wurst dazu?

So ganz genau ist dieses Rätsel bisher nicht gelöst. Theorien gibt es einige. Eine besagt, dass der Metzger, wenn er Wurst macht, alle anderen Wurstarten vor der Leberwurst aus dem Kochtopf mit kochendem Wasser nimmt. Die Leberwurst braucht länger, ist also eine Zeit lang allein im Topf und davon nicht begeistert, also beleidigt.

Diese Redensart ging in den Sprachgebrauch über und ist auch in der Literatur oft zu finden.

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Montag, 20. August 2007

Unnützes Wissen

... oder warum Menschen bei McDonalds essen.

Ein kalifornischer Forscher hat dieses Rätsel tatsächlich untersucht und auch gelöst:

Die beiden goldenen Ms des McDonalds-Logos erinnern an Brüste, ergo fühlt man sich dort heimisch und geht immer wieder hin.

Tja, bei mir ist etwas schief gelaufen. Ich fühle mich dort nicht wohl. (Wahrscheinlich, weil ich nicht auf Brüste reagiere.) Ich mag das "Essen" nicht und gehe auch nicht hin.

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Freitag, 17. August 2007

Wochentage: Freitag

Der Freitag ehrt die First Lady des germanischen Götterhimmels: Frîa bzw. Freya. Der nach ihr benannte Tag entspricht dem römischen Veneris dies - dem Tag der Venus, der der Freitag gewidmet ist. Beide Damen sind zuständig für Fruchtbarkeit und Liebe.

An Frîa erinnern noch Worte wie Freiersfüße, Freier, freien, was heute eher abwertend gemeint ist, bezeichnete ursprünglich Dinge wie werben und heiraten, also hochanständig.

Englisch friday erinnert an die germanische Göttin und besonders gut erkennbar auch in dem färöischen Wort für Freitag: fríggjadagur.

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PS: Herzlichen Glückwunsch Anja!

Mittwoch, 15. August 2007

Du oder du?

Die Groß- bzw. Kleinschreibung von Du, ihr und Sie.

Die neue Rechtschreibung ist seit dem 1.August 2007 Pflicht in Deutschland. Die Frage, ob Anredepronomen groß oder klein geschrieben werden, liegt weiterhin in der Luft, daher hier die Antwort:

Generell schreiben sich alle Anredepronomen am Satzanfang groß. (Entschuldigung, das konnte ich mir nicht verkneifen.)

Schreibe ich mir vertrauten Personen und duze ich diese, so wird Du groß geschrieben - egal, ob es sich um eine E-Mail, einen Brief oder anderes handelt.

Bei der Wiedergabe von Reden, Dialogen oder sonstigen mündlichen Dingen schreibe ich du klein. Ebenso wenn ich verallgemeinere; Beispiele: Jemanden du nennen. Du Glücklicher. Leute wie du und ich. Ich habe dich heute in der Stadt gesehen. Wie stellst du dir das vor?

Genauso funktioniert es nicht nur mit Du/du und den passenden Flektionen, sondern auch mit ihr; also dir, dich, dein, deine, deinem, deinen, deiner, deines, deinige, deinesteils, deinetwegen usw.; euch, euer, eu(e)re, eu(e)rem, eu(e)ren, eu(e)rer, eu(e)res, eu(e)rige, euers-/euresgleichen, euert-/euretwillen ...

Immer groß geschrieben wird die Höflichkeitsform Sie, das veraltete Ihr (Pluralis majestatis), die veraltete Anrede in dritter Person Singular (Möge Er sich erheben), Pronomina, die als Teil eines Titels gebraucht werden (Seine/Eure/Ihre Exzellenz/Majestät), sowie die davon abgeleiteten Formen: Ihnen, Ihr, Ihre, Ihrem, Ihrer, Ihres, Ihrerseits, Ihrethalben usw...

Das Reflexivpronomen sich (Sie müssen sich geirrt haben) wird nie groß geschrieben!

Das rückbezügliche Fürwort sich schreibt sich auch in Briefen im Normalfall klein. Nur im Kanzleistil, besonders im Verkehr mit Vorgesetzten, oder wo man sonst glaubt, dem Empfänger des Briefes dadurch besondere Hochachtung zu erweisen, behauptet sich noch die Großschreibung und wird da sogar oft fälschlich auf ein dabeistehendes selbst ausgedehnt.

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PS: Ihrzen und Erzen gibt es noch in der Schweiz.

Montag, 13. August 2007

Internationaler Tag der Linkshänder

Ich bin Linkshänderin - ausschließlich und gerne.

Natürlich wurde bereits in der Grundschule versucht, dies zu ändern, mit schlechten Noten im Fach Schönschreiben, was mich regelmäßig unendlich traurig machte, denn ich habe bis heute nicht verstanden, was daran schlecht sein soll. Meiner Mutter wurde in der Schule noch der linke Arm an den Stuhl gebunden, um sie daran zu hindern mit links zu schreiben. Es hat geklappt, denn sie weiß nicht mehr genau, was sie nun ist. Aus diesem Grund durfte ich machen, was ich wollte. Meine Eltern ließen mich mit links schreiben.

In Amerika gibt es Anstecker: Stellt einen Linkshänder ein. Es macht Spaß, ihnen beim Schreiben zuzusehen. Sehr beispielhaft! Denn warum sieht es so lustig aus, wenn wir etwas schreiben? Richtig! Weil wir von links nach rechts schreiben und Tinte sehr schnell verwischt, was natürlich ganz prima funktioniert, wenn wir den Worten die linke Hand folgen lassen: Ich ziehe den Stift nicht, ich schiebe ihn - und alles verwischt. Das klappt auch hervorragend mit Blei- und Gelstiften.

Ich habe kaum Schwierigkeiten im Alltag. Ich besitze weder eine besondere Schere, noch eine spezielle Computermaus - ich komme fast perfekt klar, denn ich bin ja schlau und kann umdenken. Ich habe nicht zwei linke Hände, sondern lediglich eine, aber Linkshändern passieren tatsächlich häufiger Unfälle im Haushalt als dem Durchschnitt. Eine elektrische Heckenschere oder ein Rasenmäher bringen Denkarbeit für mich mit, denn fast alle Geräte sind für Rechtshänder ausgelegt. Was glaubt Ihr, was für ein Theater es war mir stricken und häkeln oder Auto fahren beizubringen? Das Leben und der Alltag funktionieren halt rechts: Geldautomaten, Toilettenspülungen, Türschlösser, Dosenöffner - um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Welt lässt Linkshänder anders erscheinen. Dabei sagen Statistiken aus, dass 25 bis 30 % der Bevölkerung einen Linksdrall haben. Hier fehlen noch die vielen umgepolten Linkshänder.

Es gibt natürlich auch eine Menge sprachliche Beispiele, die diesen angeblichen Makel zeigen sollen: ein linker Vogel sein, linkisch sein, jemanden linken, jemanden links liegen lassen. Auf der anderen Seite gibt es die rechtschaffenden Menschen, die ihr Herz am rechten Fleck haben (wo es eigentlich nie ist).

Warum das Ganze?
Nun, heute ist der internationale Tag der Linkshänder.

wortfeilchen, generell lieber links als rechts.

PS: Mensa, die nur Menschen mit einem IQ über 130 reinlassen, hat eindeutig mehr Mitglieder, die Linkshänder sind. Es gibt auch mehr musikalische und kreative Links- als Rechtshänder. Na, wer ist denn nun benachteiligt?